Amerika erzählt – Ein Abend mit Ulrich Noethen und Helene Grass

Samstag, 25. Februar 2017, 19.30 Uhr -Landestheater Detmold|

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Am morgigen Freitag wird Donald Trump als 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt und nicht wenige Europäer fragen sich, was 60 Millionen US-Amerikaner dazu bewegte, ihn zu wählen. Was erhoffen sie sich von seinem Versprechen, Amerika wieder ‹groß zu machen›, und in welche Vergangenheit, zu welchem Selbstverständnis möchten sie zurückkehren?
Am 25. Februar lesen die Schauspieler Helene Grass und Ulrich Noethen im Landestheater Detmold ‹american short stories› und blicken in ihrer Lesung nach Suburbia, hinter Haustüren, und in amerikanische Wohnzimmer. 

Amerika – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten? Die amerikanische Literatur weiß ganz eigene Variationen des ‹Amerikanischen Traums› zu erzählen und hält dem Leser immer wieder, bisweilen auch schonungslos, den Spiegel vor.

Ulrich Noethen, ‹der feinfühligste Stimmausleuchter, den ein literarischer Text haben kann› (Die Welt), und die wunderbare Schauspielerin Helene Grass lesen eine Auswahl amerikanischer Kurzgeschichten aus dem 20. Jahrhundert. Von Dorothy Parkers (1893-1967) kleinen Textjuwelen, in denen sie scharfzüngig und geistreich auf die 20er und 30er Jahre blickt, führt der Weg über Richard Yates (1926-1992), den unversöhnlichen Chronisten der amerikanischen Mentalitätsgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg, zu John Updike (1932-2009), der mit meisterhafter Ironie und flotter Boshaftigkeit auf das ausgehende Jahrhundert blickt. Die Texte werfen Schlaglichter auf verschiedene Milieus sowie gesellschaftliche Veränderungen und schaffen mit musikalischer Unterstützung ein farbenfrohes Mosaik der jüngeren US-amerikanischen (Literatur-)Geschichte.

Samstag, 25. Februar 2017, 19.30 Uhr – Landestheater Detmold, Theaterplatz 1, 32756 Detmold

Eintrittspreise: 26 / 22 / 16 / 12 € (ermäßigt 13 / 11 / 8 / 6 €)

Karten können beim Landestheater Detmold telefonisch unter 05231-974 803 sowie online unter http://www.landestheater-detmold.de erworben werden.

Die Freunde und Förderer des Literaturbüros OWL Ostwestfalen-Lippe und des Literatur- und Musikfestes ‹Wege durch das Land› freuen sich über Spenden, die im Theaterfoyer gesammelt werden. Spendenquittungen werden bei Bedarf ausgestellt.

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Alles Werden ist eine Form der Bewegung

Einen Sommer lang durch die Landschaft zu wandern und poetische Orte und Industriestätten durch Literatur und Musik zu entdecken und zu beleben, das ist seit dem Jahr 2000 das so erfolgreiche Konzept von ‹Wege durch das Land›. Am 29. Mai 2016 um 17.00 Uhr führt der Weg erstmals nach Lauenförde.

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Im Kragstuhlmuseum des Unternehmens Tecta, im futuristisch-transparenten Gebäude des britischen Architektenpaares Smithson, kommt mit Viktor Šklovskij der bedeutendste Vertreter des russischen Formalismus zu Wort. In seinem Roman ‹Dritte Fabrik› schreibt er darüber, wie das Leben den Menschen bearbeitet. Felix von Manteuffel liest aus diesen reizvollen, verrätselten Erinnerungen, in denen auch das Bauhaus eine Rolle spielt. In seinem hinreißend komischen Buch ‹Das Leben ist keine Kunst› erzählt Wladimir Kaminer Geschichten über Künstlerpech und von Lebenskünstlern. Unter dem Namen Hauschka erforscht der Düsseldorfer Pianist Volker Bertelmann die Klangräume des präparierten Klaviers.

Felix v. Manteuffel
Felix von Manteuffel

An den geschwungenen Ufern der Weser liegt Lauenförde. Seit über 40 Jahren geht hier die Avantgarde der Gestaltung ein und aus: ob das britische Architektenpaar Smithson, der Architekt Mies van der Rohe, Sergius Ruegenberg, der Gestalter Stefan Wewerka. Ein hoher, signalroter Gitter-Turm weist zum Unternehmen Tecta. Es duftet nach Wald und Wiese; Manufaktur, das Kragstuhlmuseum und die Ausstellungshallen sind durch eine Landschaft verbunden, wie man sie in Südengland findet. Die Gebäude sind das letzte große Werk des britischen Architekten Peter Smithson, das er zusammen mit seiner Frau Alison entworfen hat.

Hauschka
Hauschka

Im Museum werden Urmodelle der Moderne von Schinkels Gußeisenstühlen über die großen Bauhaus-Denker wie die Familie Gropius, zu Marcel Breuer, Jean Prouvé und El Lissitzky bis in die Gegenwart gezeigt. Zu den Künstlern der russischen Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts gehört Viktor Šklovskij. In seiner autobiographischen Erzählung maskiert er sich als ein Don Quijote, um so Narrenfreiheit zu gewinnen in einer Gesellschaft, die dem Experiment in der Kunst den Spielraum nimmt; der Schauspieler Felix von Manteuffel trägt Auszüge daraus vor. Er steht seit über 30 Jahren auf den großen Bühnen in Deutschland und hat von Danton bis Gregor Samsa die rätselhaften, schillernden Charaktere verköpert. Daneben ist er regelmäßig im Fernsehen zu sehen und spielte im Kinofilm ‹Requiem für eine romantische Frau›.

Wladimir Kaminer
Wladimir Kaminer

Das neue Buch von Wladimir Kaminer enthält kleine Kolumnen, lose Kurzgeschichten, die durch das Thema Kunst verbunden sind. ‹Es geht darum, was passiert, wenn Lebenskünstler mit ihren unterschiedlichen Weltanschauungen mit der Realität zusammenprallen›, sagt Wladimir Kaminer, die echten Genies zeigten sich im Umgang mit dem Leben selbst – egal, ob sie dabei erfolgreich sind oder grandios scheitern. Wie es klingt, wenn Alltagsgegenstände wie Radiergummi oder Butterbrotpapier auf ein Klavier treffen, ist im Spiel von Hauschka zu erleben, der ein Popstar, ein ‹Stimmungsmaschinist›
des präparierten Pianos ist. Er entlockt dem Instrument neue Klänge und ersetzt ein ganzes Orchester.

Vom 6. Mai bis zum 7. August zeigt das Literatur- und Musikfest ‹Wege durch das Land› in ganz Ostwestfalen-Lippe in seiner fein auf den Ort abgestimmten Dramaturgie mit einem vielseitigen Programm erneut den literarisch-musikalischen Reichtum unseres Kulturraums. 18 Premieren finden an 20 Veranstaltungstagen und an 19 verschiedenen Orten statt. Zu Renaissanceschlössern und barocken Adelshöfen, in Industriehalle und Kragstuhlmuseum, in Klöster und romanische Kirchen, in Kuhstall und Papiermühle, auf Wiesen, zu archäologischen Stätten und über den Fluß und in die Wälder führt das diesjährige Programm. Die Lesungen in diesem Sommer umkreisen die Beziehung von Mensch zu Mensch in Ausnahmesituationen und Umbruchzeiten, sie thematisieren
das Verhältnis von Mensch zu Natur, seiner eigenen, unsicheren, immer wieder zu hinterfragenden, und der umgebenden, die ihm fremd geworden ist und zu der er doch gehört. Zwiesprache, die der einzelne mit sich führt, große Dialoge, Rede und Widerrede, Spruch und Einspruch, aber auch das Schweigen, um die anderen zu hören, die Stille, um das Gewirr der Laute in der Natur wahrzunehmen – einen solchen Parcours der Mehrstimmigkeit unternimmt das 17. Literatur- und Musikfest ‹Wege durch das Land›.
Die Veranstaltung im Tecta Kragstuhlmuseum wird unterstützt durch die TECTA Bruchhäuser & Drescher KG.

Karten für diese Veranstaltung kosten 50 / 40 / 27 Euro.
Kartenbestellung online unter http://www.wege-durch-das-land.de oder telefonisch unter 05231 / 30 80 210
Informationen zum Literatur- und Musikfest http://www.wege-durch-das-land.de
Wege durch das Land, Hornsche Straße 38, 32756 Detmold, Tel. 05231 / 30 80 20

Fotos zur Verfügung gestellt von „Wege durch das Land“.

Ein Spazierstock oder so wandert das Gespräch weiter

Einen Sommer lang durch die Landschaft zu wandern und poetische Orte und Industriestätten durch Literatur und Musik zu entdecken und zu beleben, das ist seit dem Jahr 2000 das so erfolgreiche Konzept von ‹Wege durch das Land›. Am 22. Mai 2016 führt der Weg mit einer Matinee um 11.30 Uhr erstmals auf das Gut Bruche bei Melle. Im Haus wird als ein Andenken an den Vorfahr Georg Friedrich Wilhelm Hegel sein Spazierstock verwahrt.

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Grund genug, Hegels Briefe an seine Frau Marie sowie Berichte seiner Zeitgenossen von den Schauspielern Nina Petri und Alexander Khuon vortragen zu lassen. Die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin Anne Weber unternimmt in ihrem jüngsten Roman ‹Ahnen. Ein Zeitreisebuch› ebenfalls einen Weg in die Vergangenheit. Nicolas Altstaedt und Pekka Kuusisto spielen Kompositionen aus drei verschiedenen Jahrhunderten von Johann Sebastian Bach, Maurice Ravel und Jörg Widmann.

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Gut Bruche mit dem Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert und einer symmetrisch angelegten Vorburg mit markanten Ecktürmen gehört zu den Wasserburgen, die versteckt in einer wunderschönen Parklandschaft liegen. Durch eine Allee führt der Weg über die Gräfte vorbei an dem Bergfried aus dem 14. Jahrhundert, dann öffnet sich das Bild und man erblickt den streng geometrisch angelegten Barockgarten mit der Orangerie. ‹Werden, Entwicklung, Entfaltung ist das allgemeine Gesetz der menschlichen Dinge, wie das der Natur›, erkannte der Philosoph Georg Friedrich Wilhelm Hegel. Seine Person und seine Ideale stehen im Mittelpunkt der Lesung von Nina Petri und Alexander Khuon, sie zeigen in ihrem Vortrag auch die witzig-schlagfertige Seite des Philosophen. Anne Weber hat ein ‹Zeitreisetagebuch› geschrieben. Sie erzählt von ihrer Annäherung an den Urgroßvater und einer komplizierten deutschen Familiengeschichte. Florens Christian Rang – im Buch Sanderling genannt – war Jurist, Pfarrer, Schriftsteller und Philosoph. Er korrespondierte mit Hugo von Hofmannsthal, war befreundet mit Martin Buber und Walter Benjamin. ‹Es ist große Kunst, wie Anne Weber es vermag, aus der Geschichte dieser intellektuellen Randgestalt, verwoben mit ihrem eigenen Schicksal als uneheliche Tochter, eine paradigmatische Erzählung über jene Suche nach Herkunft zu machen, die immer noch viele Deutsche umtreibt›, schreibt Die Zeit.

Nicolas Altstaedt Cellist photo: Marco Borggreve all rights reserved

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Der deutsch-französische Cellist Nicolas Altstaedt gehört zu den Musikern seiner Generation, die sich durch Vielseitigkeit auszeichnen. Sein künstlerischer Bogen spannt sich von der historischen Aufführungspraxis über das klassische Cello-Repertoire bis zur Auftragsvergabe für neue Werke. Er gehört zu den letzten Schülern Boris Pergamenschikows in Berlin. Der finnische Violinist Pekka Kuusisto ist international anerkannt als Solist und Orchesterleiter mit einem frischen Zugang zum Repertoire. Er ist Künstlerischer Direktor beim finnischen Our Festival in Järvenpää, der Heimatstadt von Jean Sibelius. Er spielt eine Violine von Giovanni Battista Guadagnini aus dem Jahr 1752.

Vom 6. Mai bis zum 7. August zeigt das Literatur- und Musikfest ‹Wege durch das Land› in ganz Ostwestfalen-Lippe in seiner fein auf den Ort abgestimmten Dramaturgie mit einem vielseitigen Programm erneut den literarisch-musikalischen Reichtum unseres Kulturraums. 18 Premieren finden an 20 Veranstaltungstagen und an 19 verschiedenen Orten statt. Zu Renaissanceschlössern und barocken Adelshöfen, in Industriehalle und Kragstuhlmuseum, in Klöster und romanische Kirchen, in Kuhstall und Papiermühle, auf Wiesen, zu archäologischenStätten und über den Fluß und in die Wälder führt das diesjährige Programm. Die Lesungen in diesem Sommer umkreisen die Beziehung von Mensch zu Mensch in Ausnahmesituationen und Umbruchzeiten, sie thematisieren das Verhältnis von Mensch zu Natur, seiner eigenen, unsicheren, immer wieder zu hinterfragenden, und der umgebenden, die ihm fremd geworden ist und zu der er doch gehört. Zwiesprache, die der einzelne mit sich führt, große Dialoge, Rede und Widerrede, Spruch und Einspruch, aber auch das Schweigen, um die anderen zu hören, die Stille, um das Gewirr der Laute in der Natur wahrzunehmen – einen solchen Parcours der Mehrstimmigkeit unternimmt das 17. Literatur- und Musikfest ‹Wege durch das Land›.

Die Veranstaltung auf Gut Bruche wird unterstützt von der Stiftung der Sparkassen im Landkreis Osnabrück und vom Verein für Kunst und Kultur Bruche e. V.

Karten für diese Veranstaltung kosten 50 / 40 / 27 Euro.
Kartenbestellung online unter http://www.wege-durch-das-land.de oder telefonisch unter 05231 / 30 80 210
Informationen zum Literatur- und Musikfest http://www.wege-durch-das-land.de
Wege durch das Land, Hornsche Straße 38, 32756 Detmold, Tel. 05231 / 30 80 20

Fotos zur Verfügung gestellt von „Wege durch das Land“.

WEGE DURCH DAS LAND begeisterte Publikum und Künstler

Das 16. Literatur- und Musikfest ‹Wege durch das Land› ist am Samstag, den 8. August 2015, mit einer literarisch-musikalischen Promenade ‹Wandern mit Worten› beendet worden, an der mehr als 250 Besucher beteiligt waren.

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Von der Klus Eddessen, einer mitten im Wald gelegenen Einsiedelei, führte die zehn Kilometer lange Wegstrecke durch landschaftlich und geschichtlich bedeutsames Gelände auf den Spuren des Universalgelehrten und Literaten Jürgen von der Wense. Nora Bossong hatte für den Anlaß und für den Ort eigens neue Gedichte geschrieben.

Das diesjährige Programm, so teilt die künstlerische Leiterin des Festivals, Brigitte Labs-Ehlert mit, zeichnete sich durch neue, aufregende, unerwartete Konzepte mit 5 Uraufführungen, Eigenproduktionen und Auftragsarbeiten aus.

So inszenierte die Schriftstellerin Ulrike Almut Sandig zusammen mit den Klangkünstlern Bewernitz/Goldowski ihre neuen Gedichte ‹Grimm› in einer Performance im Schloß Corvey, die diesjährige Schauspielerin in Residence Fritzi Haberlandt überzeugte in den inszenierten Lesungen, für die sie selbst die Regie führte, Durs Grünbein las zum ersten Mal seine neuen Rom-Gedichte, das Theater im Park von Oeynhausen verwandelte sich in eine einmalige Lesebühne für fünf große Theaterschauspieler, eine Premiere war der Auftritt von Martina Gedeck und Ulrich Noethen auf Gut Böckel mit einer Dialogfassung von Lew Tolstois ‹Anna Karenina›.

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Auch das große Wagnis, ein mutiges Experiment ist gelungen: Robert Stadlober bespielte mit Schauspielkollegen, den Schriftstellern Jörg Sundermeier und Dorothee Elminger sowie Foto- und Videokünstlern, Musikern aus der Band Ja-Panik das Weser-Dorf Heimsen und das ganze Dorf spielte mit: der Posaunenchor war zum Beispiel in der Uraufführung der ‹Heimsen-Signale› zu erleben, Jugendliche gaben ein ‹Fahrrad-Konzert›, an zwei Tagen ein großer Bahnhof für die ankommenden Besucher mit je 400 Beteiligten.

Insgesamt verzeichnet das Literatur- und Musikfest mit 10.400 Besuchern einen Höhepunkt, vier Zusatzveranstaltungen wurden aufgrund der großen Kartennachfrage ins Programm aufgenommen, wie in der Vorjahren überstieg die Kartennachfrage die zur Verfügung stehenden Plätze. An 23 verschiedenen Orten in ganz Ostwestfalen fanden 36 Veranstaltungen mit über 200 Künstlern aus 20 Nationen statt, darunter viele prominente Schauspieler wie Klaus Maria Brandauer, Matthias Brandt, Corinna Harfouch und drei Generationen der Thalbach-Familie: Katharina, Anna und Nellie Thalbach.

Die nächstjährige Eröffnung ist am 5. Mai 2016 im Kreis Paderborn.

Wege durch das Land, Hornsche Straße 38, 32756 Detmold, Tel. 05231 / 30 80 20

Impressionen von „Wege durch das Land“ auf Gut Böckel

Das alte Gut bei Rödinghausen, bekannt geworden und geblieben durch Hertha Koenig, Rilke und den besonderen Charme, den es seit seiner gründlichen Renovierung durch Dr. Ernst Leffers ausstrahlt, erlebte am vergangenen Samstag im Rahmen des Literatur- und Musikfestivals „Wege durch das Land“ eine Reise nach Russland abseits von Putin und Politik.

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Üppige Felder, gesäumt von alten Bäumen sind der passende Rahmen für das in toskanischem Gelb gehaltene westfälische Kleinod.

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Gut Böckel ist in Privatbesitz und daher normalerweise öffentlich nicht zugänglich. Man arrangiert aber mit einer stimmigen Reihe von Veranstaltungen, wie jetzt wieder mit „Wege durch das Land“  genug Möglichkeiten, dieses schöne Gut mit eigenen Augen zu sehen.

 

Irina Liebmann trug aus ihrem Roman „Drei Schritte nach Russland“ vor. Bilder über das heutige Russland und die oft zitierte russische Seele werden lebendig, wenn man das Verhalten der Menschen an Küchentischen, auf Datschen, in der Provinz und in den Gotteshäusern beobachtet.

Irina Liebmann
Irina Liebmann

 

Ulrich Noethen und Martina Gedeck lasen eindrucksvoll aus „Anna Karenina„, einer der größten Frauengestalten der Weltliteratur. Die Tragödie einer Frau wird in Tolstois Roman zum unerbittlichen Porträt der adligen Gesellschaft im Rußland des 19. Jahrhunderts. 

 

Ulrich Noethen, Martina Gedeck
Ulrich Noethen, Martina Gedeck

 

Ein ganz eigener Zauber wirkte auf dem Heimweg durch das stimmungsvoll beleuchtete Gutsgelände.

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Am kommenden Samstag gastiert „Wege durch das Land“ im Theater im Park in Bad Oeynhausen.

Finissage auf Gut Geissel

Ein ereignisreiches Wochenende liegt vor ihnen. Die beiden Galeristinnen Anne Geissel und Marita Petermeier-Schnieders freuen sich zunächst einmal über ihre zweite Kunstausstellung. Die Finissage findet am Samstag, den 5. Juli 2014 ab 17.00 Uhr statt. Am Sonntag und Montag dann machen die „Wege durch das Land“ Station auf Gut Geissel.  Die Gäste dieses bekannten Literatur- und Musikfestes werden dann noch einmal Gelegenheit bekommen, die Kunstobjekte in der Galerie im umgebauten Pferdestall zu besichtigen.

Galeristin Marita Petermeier-Schnieders, Fotograf FJ Hering, Schmuck und Gefäß  Künstlerin Astrid Keller und Galeristin Anne Geissel Foto: Josef Schnieders
Galeristin Marita Petermeier-Schnieders, Fotograf FJ Hering, Schmuck- und Gefäßkünstlerin Astrid Keller und Galeristin Anne Geissel. Foto: Josef Schnieders

 

In „Notizen aus Afrika“ dokumentiert der Fotograf FJ Hering seine ganz persönlichen Begegnungen mit dem afrikanischen Kontinent. Seiner Faszination und der Liebe zur afrikanischen Wildnis mit ihren entlosen Weiten und ihrer beeindruckenden Tierwelt verleiht er euch seine Fotografien Ausdruck. Die Bilder ziehen den Betrachter in ihren Bann und nehmen ihn mit auf eine einzigartige Reise.

Der archaische Reiz Afrikas wird durch die in Sepia getönten Schwarzweiß-Fotografien noch verstärkt.
Der archaische Reiz Afrikas wird durch die in Sepia getönten Schwarzweiß-Fotografien noch verstärkt.

 

Ihre experimentellen Werke sind von subtiler Schönheit und faszinierender Anziehungskraft. In ihrem künstlerischen Schaffen lotet die Keramikerin Gabriella Picci alle Möglichkeiten aus, den Ton zu formen. Form, Farbe und Oberfläche wollen ständig neu erfunden werden.

Inspiriert von der Unterwasserwelt: Gefäß von Gabriella Picci
Inspiriert von der Unterwasserwelt: Gefäß von Gabriella Picci

 

Die Künstlerin Astrid Keller, die wie kaum eine andere die Möglichkeiten der Bearbeitung von Edelmetallen kennt, sucht instinktiv und mit sensiblem Gespür nach neuen Erfahrungen und Techniken. Ihre Schmuckstücke und Gefäße sind von unbekannter, mysteriöser Schönheit und drängen nicht nach lauter Aufmerksamkeit.

Astrid Keller verwendet für ihre Oberflächen alle Grauschattierungen bis hin zum klaren Weiß.
Astrid Keller verwendet für ihre Oberflächen alle Grauschattierungen bis hin zum klaren Weiß.

 

Gut Geissel
Jagdweg 215
33449 Langenberg

Wichtig: Um Gut Geissel problemlos zu erreichen, folgende Eingabe fürs Navigationssystem:  Rietberg, Brockstraße 16 und der Beschilderung folgen. Bei Eingabe Jagdweg führt die Navigation über den historischen „Knüppeldamm“, der momentan wegen des vielen Regens aufgeweicht ist und nur schwer zu befahren ist.

Fotos der Kunstwerke: www.formfuersorge.de

Wo fließt das Wasser des Lebens?

Wege durch das Land zu Gast auf Gut Geissel

Der alte, schon im 13. Jahrhundert erwähnte Schultenhof Geissel erhielt sein jetziges Aussehen im Königreich Westphalen, als er zum Amtssitz ‹Maximilian-Commune-Mairie› wurde und Johann Maximilian Geissel die westfälischen Fachwerkgebäude durch ein französisch anmutendes kleines Maison de Maitre erweiterte. Das war eine kurze Zwischenzeit nach der blutigen Französischen Revolution und vor der Restauration, in der es durchaus vereinzelt Aufstände gegen die napoleonische Herrschaft gab, andererseits jedoch wichtige Freiheitsrechte und Verwaltungsreformen eingeleitet wurden. Johann Maximilian Geissel als Maire profitierte von diesen Umständen.

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Pierre Michon hat ein faszinierendes Buch über ‹Die Elf›, den Wohlfahrtsausschuß der Französischen Revolution geschrieben, so kunstvoll verknüpft er historische Fakten und Fiktion, so eindringlich macht er ein nicht existentes Gemälde mit Worten bildhaft und immer fragt er: warum mußte es zur Katastrophe kommen und warum waren daran gerade Künstler beteiligt. Heinrich Heine schreibt 1830: ‹Richelieu, Robespierre und Rothschild sind die drei furchtbarsten Nivelleurs Europas› und ‹es drängte sich mir die Bemerkung auf, daß diese drei größten Terroristen noch mancherlei andere Ähnlichkeiten bieten.›

Eva Mattes, Hans Kremer, Amandine Beyer, Laurence Beyer
Eva Mattes, Hans Kremer, Amandine Beyer, Laurence Beyer

Hans Kremer, ausgezeichnet mit dem Goldenen Bären, an vielen Bühnen zu Hause, seit 2012 an den Münchner Kammerspielen, liest Pierre Michons Novelle. Eva Mattes ist mit Heinrich Heines ‹höchst humoristisches Reise-Epos› zu hören, in dem er die Rückständigkeit Deutschlands anklagt. Eva Mattes hat in über 200 Kinofilmen, Fernsehfilmen, Theaterinszenierungen in Haupt- und Nebenrollen gespielt und wurde mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen geehrt. Amandine Beyer hat sich als Barockgeigerin international einen Namen gemacht. Ihre Bach- und Vivaldi-Einspielungen werden von der Kritik gefeiert und wurden vielfach ausgezeichnet. Sie musiziert mit namhaften Gruppen wie Mala Punica, Al Ayre Español, La Fenice oder Ensemble 415 und spielt seit 2005 regelmäßig mit Pierre Hantaï – als Duo – oder mit Le Concert Français sowie mit ihrer Schwester, der Pianistin Laurence Beyer

Wege durch das Land auf Gut Geissel
Sonntag, 6. Juli 2014 um 11.30 Uhr und 18.00 Uhr
Montag, 7. Juli 2014 um 19.00 Uhr

Gut Geissel
Jagdweg 215
33449 Langenberg

Wichtig: Um Gut Geissel problemlos zu erreichen, folgende Eingabe fürs Navigationssystem:  Rietberg, Brockstraße 16 und der Beschilderung folgen. Bei Eingabe Jagdweg führt die Navigation über den historischen „Knüppeldamm“, der momentan wegen des vielen Regens aufgeweicht ist und nur schwer zu befahren ist.

Im Freien singen – Wege durch das Land auf Schloss Wendlinghausen

Vor vierhundert Jahren wurde das Schloß Wendlinghausen erbaut. Über dem Portal des Treppenturmes prangt das Wappen des Erbauers Hilmar von Münchhausen mit der Jahreszahl 1614. Ursprünglich war Wendlinghausen eine Zweiflügelanlage, die als Pfahlrostbau in einen großen Teich hineingesetzt war und somit ein vollkommenes Wasserschloß der Weserrenaissance darstellte. Mit der Renaissance löst sich das mittelalterliche Weltbild auf und es beginnt das moderne und zugleich das janusköpfige Verhältnis des Menschen zur Natur: Natur sollte von einem praktischen Nutzen sein und gleichzeitig wird sie zur ästhetischen Landschaft.

Schloss Wendlinghausen
Schloss Wendlinghausen

Dieser Wandel in der Naturbetrachtung wird im Konzert von ChorWerk Ruhr mit Kompositionen der Spätrenaissance bis in die Gegenwart vollzogen mit der ‹Nightingale Music› von 2010 und der Uraufführung eines Werkes von Moritz Eggert. Das Ensemble aus jungen Sängern unter der Leitung des vielfach ausgezeichneten Dirigenten Florian Helgath tritt mit namhaften Orchestern auf und kooperiert mit der Ruhrtriennale. ‹Noch nie hat man von einer Blockflöte Töne gehört, die so mühelos und so differenziert auf der gesamten Bandbreite von Klangfarbe und Dynamik gespielt wurden›, schreibt die Musikkritik über das Spiel des 30jährigen Stefan Temmingh.

ChorWerk Ruhr / © ChorWerk Ruhr / Pedro Malinowski
ChorWerk Ruhr / © ChorWerk Ruhr / Pedro Malinowski

Erst ein urbanes Leben schafft die notwendige Distanz zur Natur und damit das Vergnügen, hinaus aufs Land zu gehen. Als 1348 in Florenz die Pest herrscht, flüchten zehn junge Aristokraten aufs Land und erzählen sich Geschichten, Fabeln und Parabeln, schreibt Giovanni Boccaccio zu Beginn seines ‹Dekameron›. Fritzi Haberlandt liest die Erzählung über den großzügigen, hochsinnigen Saladin, der Falken abrichten kann. Sie spielt in Berlin, Wien und derzeit Stuttgart Theater, ist mit Film- und Theaterpreisen ausgezeichnet, für ‹Eine Insel namens Udo› erhielt sie den Ernst-Lubitsch-Preis.

Neben der Nachtigall und dem Falken kommt auch die Amsel zu Wort in den Gedichten von Jürgen Nendza. Die Nachtigall läßt ihren wohltönenden Gesang zu später nächtlicher Zeit erklingen, die Amsel ist vor dem Tagesanbruch zu hören. Jürgen Nendzas Zyklus ‹Apfel und Amsel› bezieht sich auf die Stunde des Erwachens.

Freuen Sie sich auf einen anregenden Abend.

Samstag, 5. Juli 2014, 18.00 Uhr

Schloß & Gut Wendlinghausen
Am Schloß 4
32694 Dörentrup

Karten sind im Literaturbüro OWL erhältlich.

Und für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren gibt es zur gleichen Zeit „Junge Wege durch das Land“.

Vernissage auf Gut Geissel ein voller Erfolg

Am 24. August 2013 wurde die neue Galerie auf Gut Geissel eröffnet. Die Künstler waren anwesend: von links nach rechts: Schmuckdesigner Gian Luca Bartellone, Keramiker André von Martens, Hausherrin und Galeriebesitzerin Anne Geissel, Organisatorin Marita Petermeier-Schnieders, Malerin Kaiko Koana.

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Susanne Mittag, Bürgermeisterin von Langenberg und Sissi Fürstin zu Bentheim Tecklenburg sprechen einige Grußworte.

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Malerische Kulisse für die schönen Künste.

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Schwarzkeramik von André von Martens unter dem Dach des renovierten Pferdestalls.

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Extravagante Zusammenstellung von Malerei und Keramik.

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Diese erste Ausstellung der neu eröffneten Galerie ist noch bis Sonntag, den 1. September 2013 zu sehen. Geöffnet ist täglich von 16 bis 21 Uhr. Beginn der Finnissage am Sonntag um 16 Uhr.

Gut Geissel
Jagdweg 215
33449 Langenberg

Fotos: Waldemar Kerschbaumer

Nachlese zur Nachtwache

Weil dieses Erlebnis immer noch nachwirkt und Lust auf das nächste Jahr „Wege durch das Land“ machen soll, hier noch einmal die schönsten Augenblicke von über sechs Stunden Lyrik und Musik auf Schloß Wendlinghausen, im Foto festgehalten von Andreas Leber.

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So etwas möchten wir 2014 wieder erleben!

Neue Galerie eröffnet auf Gut Geissel

Freunde von „Wege durch das Land“ kennen das Langenberger Gut Geissel. In stimmungsvoller Kulisse fanden hier schon Lesungen und Konzerte statt.

Hausherrin Anne Geissel hatte die Idee, im ehemaligen Pferdestall des Gutes eine Galerie zu eröffnen, wo Malerei, Bildhauerei, Objektkunst und Schmuck ausgestellt werden sollen. Die Vision nahm Gestalt an. Mit Unterstützung ihres Mannes und ihrer Freundin Marita Petermeier-Schnieders wurde das unter Denkmalschutz stehende Gebäude in Privatinitiative renoviert und wird nun am 24. August 2013 die ersten Kunstwerke zeigen.

Da sind zunächst einmal die mehrfach ausgezeichneten Schmuckkreationen von Gian Luca Bartellone:

Aparte Kette
Aparte Kette

Für ihn entspringt Schmuck dem Bedürfnis nach Einzigartigkeit. Seine ornamentalen Objekte für den menschlichen Körper nennt er daher Bodyfurnitures. Jedes seiner aufwändigen Schmuckstücke ist eine Kreation aus verschiedenartigen Elementen und Materialien, die eine enge Beziehung miteinander eingehen. Geometrische Linien fließen mit natürlichen Farben von Schmucksteinen und Emaille zusammen. In die Vielfalt der Materialien reihen sich antike Stoffe sowie wertvolle Seide. Die einzigartige Kombination von Farbgebung und Materialwahl verleiht den edlen Unikaten eine besondere Note, die durch ihre Leichtigkeit überrascht.

Künstlerische Ohrhänger
Künstlerische Ohrhänger

Der in der Niederlausitz lebende Keramiker André von Martens erlernte das Töpferhandwerk bei Hedwig Bollhagen in Marwitz. Seine persönliche Leidenschaft gilt der Schwarzkeramik. Die Arbeiten bestechen durch eine klare, archaische Formgebung und die tiefe Liebe zum Detail. Dabei bilden Form und Farbe der Gefäße gemeinsam mit der Oberflächengestaltung und dem Klang eine Einheit. Seine Werke erzeugen Spannung und erscheinen gleichzeitig ruhig, zurückhaltend und würdevoll. Wichtig ist von Martens die Magie, die seinen Objekten eine Seele verleiht und den Betrachter nachhaltig berührt.

Schwarzkeramik von André von Martens
Schwarzkeramik von André von Martens

In Anspielung auf ihre kulturelle Heimat Japan, besinnt sich Keiko Koana in ihren aktuellen Werken auf traditionelle Techniken. Sie arbeitet mit Aquarell und wasserlöslichen Acrylfarben, die sie auf mit Papier bespannte Holzkästen aufträgt. Grundlage ihres Arbeitsprozesses ist der erste Farbauftrag und dessen bildliche Setzung auf dem Papier.

Keiko Koana
Keiko Koana

Von dort folgt Koana ihren intuitiven Impulsen. Die Künstlerin lässt die extrem dünnflüssigen Farben über die Bildoberfläche fließen. Die Reaktion der verflüssigten Farbaufträge und ihre Wirkung werden stark von äußeren Faktoren, wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflusst. Es entstehen einmalige Momentaufnahmen abstrakter und vielschichtiger Landschaften, in denen transparente Farbaufträge mit stärker deckenden Nuancen wechseln. Dem Betrachter bleibt ein zarter, träumerischer, zum Teil ätherischer Eindruck.

Aquarell von Keiko Koana
Aquarell von Keiko Koana

Anne Geissel und Marita Petermeier-Schnieders freuen sich auf zahlreiche kunstinteressierte Besucher.

Gut Geissel
Jagdweg 215
33449 Langenberg

Sternenhimmel über dem Literatur- und Musikfest Wege durch das Land

Rückblick und Vorschau

Das diesjährige Finale des Literatur- und Musikfestes ‹Wege durch das Land› war ein spektakuläres Experiment.

Acht Stunden mit Lesungen und Musik auf den grünen Hügeln Lippes unter einem fantastischen Sternenhimmel mit Sternschnuppen. Entstanden ist ein unvergleichliches Erleben der Nacht bis in den Frühtau des kommenden Tages.

Die begeisterte Reaktion der Besucher und Künstler ist für die künstlerische Leiterin des Festivals, Brigitte Labs-Ehlert, ein erneuter Beweis, dass ein ambitioniertes und wagemutiges Programm größtes Interesse und deutschlandweit Anerkennung findet. Alle Veranstaltungen des Festivals waren ausverkauft. durch die Bereitschaft der Künstler war es möglich, mehrere Veranstaltungen zu wiederholen, um der enorm gewachsenen Kartennachfrage gerecht zu werden. Erstmalig in der 14jährigen Geschichte des Literatur- und Musikfestes wurde so die Zehntausendmarke an verkauften Plätzen erreicht.

Die Einführung des ‹Schauspielers in Residence› hat sich im zweiten Jahr etabliert und wird zukünftig weiter ausgebaut. Die dezentralen Lesungen in sechs Deelen um Delbrück mit einer gemeinsamen Abendveranstaltung hinterließen besondere Eindrücke, Stimmungen, Gedanken und werden 2014 eine Fortsetzung an Meierhöfen um Bielefeld finden.

Foto: Gut Böckel
Foto: Gut Böckel

 

Die mehrtägigen Veranstaltungen mit literarischer Exkursion wurden von Literaturfreunden auch aus dem benachbarten Ausland besucht. Die eigene Literaturproduktion für Gut Böckel ‹Die Welt verfliegt› bot ungewöhnliches, inspiriertes, experimentelles und zog ein neues Publikum an. Für 2014 ist als Eigenproduktion das Musik-Theater ‹Wer aber sind sie, die Fahrenden› geplant. ‹ich kenne kein zweites Literatur- und Musikfest dieser Art. es ist ein Fest, auf das man sich freut, das man vorher, währenddessen und hinterher genießen kann›, sagt Hannelore Hoger, eine der prominenten Mitwirkenden bei ‹Wege durch das Land›. Die nächstjährige Eröffnung findet am 29. Mai 2014 in Bielefeld statt.

Informationen zum Literatur- und Musikfest www.wege-durch-das-land.de
Karten telefonisch unter 05231 / 30 80 210 oder auf http://www.wege-durch-das-land.de
Wege durch das land, Hornsche Straße 38, 32756 Detmold, Tel. 05231 / 30 80 20

Künstlerische Leitung Dr. Brigitte Labs-Ehlert

die erstaunende nacht, die gewaltige nacht – Wege durch das Land

Am 10. August ab 23.00 Uhr ist Nachtwache auf Schloss & Gut Wendlinghausen.

Schloß Wendlinghausen
Schloß Wendlinghausen

Die Nacht durchwandern in einer Landschaft voller Musiker, Schauspieler und Geräuschemacher.

Nach Mitternacht.
Nie gekannte Stille.
Die Erde könnte unbewohnt sein
(Samuel Beckett)

Die Wiese bei Dörentrup ist ein Ort mit besonderem Zauber: Tagsüber erlaubt die menschenleere Wiese den Weitblick in beinahe alle Himmelsrichtungen, nachts denjenigen in die Sterne. Und wie klingt der Ort? Sänger, Klarinetten und Trompeten, Akkordeone und verschiedenste Schlagzeuge, Schauspieler und Schriftsteller werden beteiligt, um die Wege und die Wiese erklingen zu lassen: mit Märchen der Brüder Grimm, mit im Dialekt der Gegend verfaßten Gedichten, mit eigens für den Ort geschriebenen Texten, im Rauschen der Baumwipfel, im Echo aus dem Tal. Die Gesichter der Nacht und der Wortschatz der Nacht werden in den Lesungen beleuchtet: die Gerüche und Klänge, die Einsamkeit und Sehnsüchte, die Träume und der Blick in die Sterne, das langsame Erwachen des Tages. Die Musik macht die Stille und das Fallen der Blätter hörbar, sie tritt ein in ein Zwiegespräch mit der erwachenden Natur, mit den Vögeln, dem Sonnenaufgang. So entsteht ein gemeinsames Erleben der Nacht bis in den Tau des kommenden Tages.

Die Erde will ein freies Geleit ins All
jeden Tag aus der Nacht haben,
daß noch tausend und ein Morgen wird
von der alten Schönheit jungen Gnaden›
(Ingeborg Bachmann)

Die Besucher treffen sich am Schloß Wendlinghausen und fahren mit dem Bus ein Stück weit in die Hügel, dann laufen wir zur Wiese. Die Wiese, der Waldrand und der Himmel sind Schauplatz und Bühne: man lauscht im Stehen, man geht mit Holzklappstühlen in eine Mulde, man liegt zugedeckt im Liegestuhl und schaut in den Nachthimmel. Sollte es nieseln oder einen Schauer geben, läßt man sich nicht beeindrucken. Wenn der Morgen gekommen ist und das erfrischende Programm nach sechs Stunden mit kleinen leiblichen Stärkungen auf der Wiese beendet ist, spaziert man zu den Bussen, unten am Schloß empfängt uns ein gemeinsames Frühstück. Robustes Schuhwerk und wetterfeste Bekleidung sind erforderlich.

Es lesen und konzertieren:

Suzanne von Borsody
Michael Altmann
Krista Birkner
David Rott
Michael Metzler
Teodoro Anzellotti
Nora Bossong
Carin Levine
Bernt Hahn
Ulrike Almut Sandig
Raoul Schrott
Markus Stockhausen
Tara Boumann
Antares Quintett
Tschechischer Philharmonischer Chor Brünn

Living in OWL wünscht viel Freude bei dieser Nachtwanderung der besonderen Art.

Schloß & Gut Wendlinghausen
Am Schloß
32694 Dörentrup

Schloß & Gut Wendlinghausen – eine Perle der Weserrenaissance

Schloss & Gut Wendlinghausen, das prachtvolle Anwesen im Stil der Weserrenaissance, liegt im geographischen Kreuz von Bielefeld, Hannover, Kassel und Dortmund.

Luftaufnahme von Schloß Wendlinghausen
Luftaufnahme von Schloß Wendlinghausen

Im Jahre 1539 vermählte sich Hilmar von Münchhausen mit Lucia von Reden. Dessen gleichnamiger Sohn errichtete das geschichtsträchtige Anwesen in den Jahren 1613 – 1616. Als Wasserschloss in der Gräfte erbaut, thront der prachtvolle Bau auf Eichenpfählen und bietet seinen Besuchern einen einmaligen Ausblick.

Hilmar von Münchhausens Vetter, der berühmte Lügenbaron, der seine Mitmenschen gerne mit herrlichen Geschichten verzauberte, war ein oft und gern gesehener Gast des Gutes.

Das Anwesen befindet sich seit seiner Erbauung im Familienbesitz. Die umfassenden Restaurierungsarbeiten aus den Jahren 2001 und 2003 sorgten für eine unvergleichliche Belebung alter Schönheit.

Schloß Wendlinghausen, sich spiegelnd in der Gräfte
Schloß Wendlinghausen, sich spiegelnd in der Gräfte

Familie von Reden kümmert sich persönlich um das Wohl ihrer Gäste und verwaltet das Erbe gemäß seiner erhabenen Vergangenheit mit Kultur und Leidenschaft.

Auf Schloss & Gut Wendlinghausen verbindet sie das besondere Ambiente und den Charme traditionsreicher Vergangenheit mit den Vorzügen der Moderne. So kontrastiert beispielsweise zeitgenössische Kunst im Schlosspark mit der ursprünglich nach englischem Stil angelegten Gartenlandschaft.

Hoyos "Kurve der Unendlichkeit" im weitläufigen Park
Hoyos „Kurve der Unendlichkeit“ im weitläufigen Park

Durch die Symbiose von Altem und Neuem entwickelt das Anwesen ein ganz eigentümliches unvergleichliches Ambiente.

Naturliebhabern bietet Wendlinghausen eine außergewöhnliche Besonderheit: den herrlichen Schlosspark. Durch seine außergewöhnlich vielfältige und seltene Botanik und mit seiner einladenden Größe von über drei Hektar, zählt er zu den ökologischen Einzigartigkeiten der Region. Vom EGHN (European Garden Heritage Network) zu einer der bedeutendsten Gartenlandschaften im ostwestfälischen Raum ausgelobt, ist der Wendlinghausener Schlosspark ein Paradebeispiel modernster Botanik.

In diesem beeindruckenden Ambiente finden im Laufe eines Jahres viele hochkarätige Veranstaltungen statt.

Seien Sie dabei,

wenn im Rahmen von „Wege durch das Land“ am 10. August um 23.00 Uhr eine Nachtwanderung der besonderen Art stattfindet.

Wenn am 24. und 25. August starke Pferde um die Meisterschaft im Holzrücken kämpfen werden.

Wenn am 7. und 8. September mit The Jukin’Castle die jüngere Geschichte auf altehrwürdige Historie trifft.

Wenn zum Erntedankfest am 28. und 29. September landwirtschaftliche Betriebe der Region sich selbst und ihre Köstlichkeiten vorstellen. Und das ist noch lange nicht alles, was Sie an diesen beiden Tagen erleben können…

Living in OWL wird über diese Veranstaltungen und alle weiteren noch ausführlich berichten.

Schloß & Gut Wendlinghausen
Am Schloß 4
32694 Dörentrup

Lars Eidinger „in Residence“ auf Schloß Corvey – Wege durch das Land

Vom 2. bis 4. August 2013 gastiert das ostwestfälisch-lippische Literatur- und Musikfestival Wege durch das Land auf Schloß Corvey.

Lars Eidinger (Foto: Gerald von Foris)
Lars Eidinger (Foto: Gerald von Foris)

Freitag, 2. August um 19.00 Uhr: Ein Abend mit Lars Eidinger und Gästen

George Kranz (Foto: Carsten Mohren)
George Kranz (Foto: Carsten Mohren)

Der Barocksaal verwandelt sich in eine Lounge mit Club-Atmosphäre. Lars Eidinger liest Sonette von Shakespeare und Gedichte von Thomas Barsch. George Kranz ist Schlagzeuger, Sänger, Komponist, Texter, Produzent, Schauspieler. Er arbeitet seit 1978 in der Musikszene. Seine Laufbahn begann als Schlagzeuger in der Band ‹Firma 33›, aus der ‹ZeitGeist› entstand. Bevor er 1984 mit dem Dance-Klassiker ‹Din Daa Daa› internationale Erfolge feierte, spielte er in Deutschland mit Ulla Meinecke und für das Grips-Theater, dem er bis heute treu geblieben ist. Seitdem schreibt er Theater- und Filmmusiken und arbeitete mit Third World, The Roots, den Ying Yang Twins, den Phenix Horns und vielen anderen.

Sarah Perl ist Gambistin. Nach ihrem Studium der Instrumentalmusik und zahlreichen Projekten veröffentlichte sie in diesem Jahr ihre erste Solo-CD ‹Réflexions Sérieuses› und spielt am Berliner Ensemble unter der Regie von Katharina Thalbach in Shakespeares ‹Was ihr wollt›. Ulrike Eidinger singt. Sie hat in den aufsehenerregenden Produktionen von Christoph Schlingensief ‹Der Zwischenstand der Dinge› am Maxim Gorki Theater Berlin und ‹Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir›, uraufgeführt bei der Ruhrtriennale 2008, die Hauptpartien gesungen, sie tritt in der Schaubühne Berlin auf und bei der Festgala der Musik ‹Helden der Oper›.

Samstag, 3. August um 11.30 Uhr: Im Spiel das Leben festhalten

Lars Eidinger im Gespräch mit Michael Eberth
‹Ich habe immer diese Sehnsucht nach dem großen Moment. Das Leben rauscht so vorbei, und man kann es nicht festhalten. Beim Theaterspielen ist das anders. Da bleibt die Zeit stehen, und der Moment wird unendlich.› Lars Eidinger ist ein vielseitiger Künstler, er spielt seit 1999 Theater an der Schaubühne Berlin, die mit ihren Produktionen zu Gastspielen weltweit eingeladen wird, aktuell sieht man ihn in vier Stücken jeweils in Hauptrollen. Parallel zu seiner Schauspielertätigkeit verfaßt er Musik zu Filmen und Theaterinszenierungen. 2008 debütierte er als Regisseur mit Friedrich Schillers ‹Die Räuber›, in dieser Spielzeit inszeniert er ‹Romeo und Julia›. Er steht am DJ-Pult und legt Platten in der Schaubühne und Berliner Clubs auf. Seit dem Kinofilm ‹Alle Anderen› von 2009 in der Regie von Maren Ade, der u. a. den Silbernen Bären gewann, reüssiert er auf der Leinwand.

Danach bis 17.00 Uhr Film-Retrospektive

Samstag, 3. August um 18.00 Uhr: Oh Maienrose!Süßes Kind! Ophelia!

Anna Prohaska (Foto: Harald Hoffmann)
Anna Prohaska (Foto: Harald Hoffmann)

‹Du solltest meines Hamlet Gattin sein› – Lars Eidinger ist mit Anna Prohaska und Eric Schneider in einer literarisch-musikalischen Soiree zu erleben. Das Motiv der Ophelia zieht sich durch die Musik und die Literatur. Seit Shakespeares Darstellung der Ophelia im ‹Hamlet› taucht die blumenumkränzte, aus Verzweiflung in den Wahnsinn und in den Tod getriebene Ophelia vor allem in der Dichtung des 19. Jahrhunderts auf. Ophelia versinnbildlicht den grausamen Zusammenhang von Schönheit und Vergänglichkeit. Diese Janusköpfigkeit ist es auch, die Anna Prohaska in ihrem Lieder-Programm interessiert. Da geht es um Ophelia, aber auch um Sehnsucht und Leiden an der Liebe, um Wollen und Nicht-Wollen, um die Sehnsucht nach Unsterblichkeit. War die englisch- österreichische Sopranistin Anna Prohaska vor wenigen Jahren noch als Studentin der Hochschule für Musik Hanns Eisler zu erleben, ist sie nun auf dem besten Wege, ein internationaler Star zu werden. Seit 2006/07 ist sie festes Ensemblemitglied der Staatsoper Unter den Linden, wo sie u. a. Partien in Opern von Mozart, Verdi und Händel verkörperte. Gastspiele führten sie nach Innsbruck und Luzern, Cleveland und Tokio. Als Liedsängerin erhielt sie Einladungen auf renommierte internationale Podien wie z. B. die Bregenzer Festspiele, die Schubertiade Schwarzenberg oder die Londoner Wigmore Hall.

Sonntag, 4. August um 11.30 Uhr: Der Teufel Grünrock

Ein Soldat kehrt aus dem Krieg zurück, seine Brüder verweigern ihm Unterstützung. Da bietet ihm der Teufel einen Pakt an: er soll die Taschen immer voller Gold haben, wenn er den Mantel aus Bärenhaut niemals ablegt, sich nicht wäscht und weder Nägel noch Haare schneidet sowie kein Vaterunser betet. Dieses Faust-Motiv interessiert einen Schauspieler wie Lars Eidinger doppelt, ist es in diesem Märchen zudem gepaart mit der Vorstellung, wie das Äußere eine Figur bis zur Unkenntlichkeit verändert, aber nie das Innere ganz beherrschen kann. ‹Der Bärenhäuter› wurde von der Familie von Haxthausen ‹im Paderbörnschen› gesammelt, es nimmt auch das Bild des ‹Bersekers› von Grimmelshausen auf, das seinerseits auf Überlieferungen aus Tacitus’ Germania beruht.

Die Cellistin Anja Lechner wurde einem breiten Publikum als Gründungsmitglied des Rosamunde Quartetts bekannt, das zu den gefragtesten und innovativsten Streichquartetten in der internationalen Musikszene zählte. Das Spektrum ihrer musikalischen Arbeit reicht von regelmäßigen solistischen Auftritten mit Orchestern über Uraufführungen eigens für sie komponierter Werke bis hin zu Projekten im Grenzbereich der Kulturen, Genres und Stile. Eine Vielzahl verschiedener Kooperationen und Projekte spiegelt ihr Talent zu einfühlsamer Interpretation und Improvisation in unterschiedlichen Klangwelten wieder, ihr eigener, unverwechselbarer, warmer, klarer Ton bleibt dabei stets spürbar.

Schloß Corvey
Corvey am Hafen 1
37671 Höxter

die brennende Liebe auch – Wege durch das Land auf Schloß Wehrden

Schloß Wehrden (Foto: Wege durch das Land)
Schloß Wehrden (Foto: Wege durch das Land)

Am 20. Juli 2013 gastiert das ostwestfälisch-lippische Literatur- und Musikfestival Wege durch das Land auf Schloß Wehrden im Alten Schafstall.

„Ich wollte mich mit Euch Allen mahl recht aussprechen, auf meinem lieben Thurme sitzen, an der Weser spatzieren und Steine klopfen“, schrieb Annette von Droste-Hülshoff an ihre Tante Dorothea von Metternich, bei der sich die Dichterin wiederholt zu Besuchen aufhielt. Der zinnenbesetzte Turm setzt einen besonderen Akzent innerhalb der barocken Schloßanlage. Der Paderborner Fürstbischof Hermann-Werner Freiherr von Wolff-Metternich erwarb 1695 den von Gräften umgebenen Landdrostenhof in Wehrden aus dem 16. Jahrhundert und ließ ihn ansprechend umbauen: Stuckbalken und Deckengemälde, Gobelinzimmer, Ledertapetensalon und die fürstliche Bibliothek sind Raritäten.

Ulrike Draesner (Foto: Jürgen Bauer)
Ulrike Draesner (Foto: Jürgen Bauer)

Ulrike Draesner ist eine außergewöhnliche Schriftstellerin, die komplex verwobene Geschichten mit vielen Anspielungen, intelligent, berührend, überraschend, verfaßt. Sie wurde u. a. mit dem Hölderlin-Förderpreis, dem Droste-Preis sowie dem Literaturpreis Solothurn ausgezeichnet. In ihrer Lesung geht sie dem Sprachzauber der Droste-Lyrik nach.

Wer im vergangenen Jahr Corinna Harfouch am prasselnden Kaminfeuer Gedichte von Annette von Droste-Hülshoff lesen hörte, spürte, wie nah uns diese Dichterin ist, die ihre Sehnsüchte und Träume, ihren Wunsch nach Freiheit in ihre Verse einschrieb. Das Interesse an Geschichte, Geologie, Naturwissenschaft oder Politik, dies alles fließt in ihre vielschichtigen Gedichte, wie natürlich immer die brennende Liebe auch. Corinna Harfouch liest ihre Lieblingsgedichte, Johannes Gwisdek begleitet sie mit Melodien, Klängen und irisierenden Tönen. Er komponiert, produziert und experimentiert für Theater, Filme, Stummfilmabende und den Hip-Hop-Act ‹kÄptn Peng›.

„Kennen Sie die Gedichte der Freiin von Droste-Hülshoff? Sie scheinen mir höchst ausgezeichnet“, fragte Robert Schumann den dänischen Schriftsteller Hans Christian Andersen. Zwei Gedichte hat der Komponist vertont, sie sollte ihm ein Opernlibretto liefern, doch schlug sie diese Arbeit aus. Im Haus der Droste spielte man Kompositionen von Joseph Haydn, Clara und Robert Schumann besonders gerne. Matan Porat widmet sich zwei Leidenschaften, dem Klavierspielen und dem Komponieren. Als Solist konzertiert er u. a. mit dem Chicago Symphony Orchestra und den großen Symphonieorchestern Israels, seine Komposition ‹Lux Aeterna› erhielt 2011 den ECHO Klassik-Preis.

Samstag, 20 Juli 2013 um 18.00 Uhr

Schloß Wehrden
Schloßhof
37688 Beverungen

Man vergisst die Welt – Wege durch das Land auf Schloß Rheda

Schloßpark Rheda Orangerie
Schloßpark Rheda Orangerie (Foto: Wege durch das Land)

Am 13. und 14. Juli 2013 gastiert das ostwestfälisch-lippische Literatur- und Musikfestival Wege durch das Land auf Schloß Rheda.

Schloß Rheda verfügt über kunstvoll gestaltete Säle und Salons. Das sogenannte Landschaftszimmer ist eine besondere Noblesse. 1806 ließ das Fürstenhaus zu Bentheim-Tecklenburg dort handgedruckte Bildtapeten anbringen, die Vues de Suisse des französischen Künstlers Pierre-Antoine Mongin. Der Blick fällt auf eine idealisierte Schweizer Landschaft mit Bergreihen, Burgen, Almhütten, Gletschern, Seen, ein in sich ruhendes Panorama in Grün-, Türkis- und Erdtönen, mit Gold gegen den leuchtend blauen Himmel abgesetzt. Genreszenen begeistern den Betrachter durch ihren Detailreichtum, ein Effekt, den Jean-Jacques Rousseau als Augenweide bezeichnet: ‹Man vergißt die Welt, man vergißt sich selbst, man weiß nicht mehr, wo man ist›. Fürstin Louise hat jedenfalls nach sechsjähriger Betrachtung der Tapete eine Reise in die Schweiz unternommen.

Dominique Horwitz  (Foto: privat)
Dominique Horwitz (Foto: privat)

Wir folgen ihr an den Bieler See mit den ‹Träumereien eines einsamen Spaziergängers› von Jean-Jacques Rousseau, die von Dominique Horwitz gelesen werden, einem der großen deutschen Film- und Theaterschauspieler, der für seine intensiven Rollen mit dem Goldenen Löwen beim Filmfestival Venedig und als Chanson-Sänger mit dem Mephisto-Preis geehrt wurde.

In der Musikbibliothek, die die Fürsten Moritz Casimir I. und II. im 18. Jahrhundert aus ganz Europa zusammentrugen, befanden sich auch die Noten der heute vom Szymanowski Quartet aufgeführten Werke von Haydn und Pleyel. Das 1995 gegründete und vielfach geehrte Ensemble pflegt ein klassisch-romantisches Repertoire und erarbeitet zudem zeitgenössische Werke. Es gastiert in den großen Konzertsälen wie Carnegie Hall, Wiener Musikverein, Gewandhaus Leipzig und bei den international renommierten Musikfestivals.

Cees Nooteboom verbringt sein Leben mit Beobachten und Lesen, Reisen und Schreiben. ‹Ich habe noch nie an einen Gott geschrieben. Ich muß einfach anfangen.› In seinem neuesten Buch „Briefe an Poseidon“ führt er ein Gespräch mit Landschaften, Büchern, Kunstwerken, dem Himmel und den Pflanzen – und immer wieder mit Poseidon. ‹Einem Gott zu schreiben, der nicht antwortet – das gibt einem das Gefühl phantastischer Freiheit›, schreibt Cees Nooteboom, dessen Werk in 15 Sprachen übersetzt ist und der zahlreiche Ehrungen, wie den Prijs der Nederlandse Letteren, die Karlsmedaille oder den Österreichischen Staatspreis, erhielt.

Samstag, 13. Juli 2013 um 18.00 Uhr
Sonntag, 14. Juli 2013 um 11.30 Uhr

Schloß Rheda
Steinweg 16
33378 Rheda

„Bella Block“ im Kloster Dalheim

Am kommenden Samstag:Kloster Dalheim
Am kommenden Samstag:Kloster Dalheim

Sie ist eine der bekanntesten deutschsprachigen Film- und Theaterschauspielerinnen: Hannelore Hoger. So richtig bekannt gemacht aber hat sie ihre TV-Rolle als eigensinnige, eigenständige, unverwechselbare und nachhaltig präsente Figur der „Bella Block“. P1060574 Hannelore HogerDie vielfach Ausgezeichnete  wird am kommenden Samstag im Rahmen des Literatur- und Musikfestivals „Wege durch das Land“ um 18 Uhr im Kloster Dalheim aus dem Roman „Das Buch von der Stadt der Frauen“ von Christine de Pizan lesen.  Stile Antico, eines der aufregendsten Vokalensembles aus Großbritannien, präsentiert „Die Goldene Zeit der europäischen Chormusik“.

http://www.wege-durch-das-land.de

Uraufführung auf Gut Böckel

Samstag und Sonntag auf Güt Böckel bei Rödinghausen
Samstag und Sonntag auf Gut Böckel bei Rödinghausen

„Die Welt verfliegt. Die Zeit verfliegt“. Das alte Gut bei Rödinghausen, bekannt geworden und geblieben durch Hertha Koenig, Rilke und den besonderen Charme, den es seit seiner gründlichen Renovierung durch Dr. Ernst Leffers ausstrahlt, erlebt am kommenden Samstag um 18 Uhr (Haferhaus) und Sonntag um 12.3o Uhr  im Rahmen des Literatur- und Musikfestivals „Wege durch das Land“ eine Uraufführung. Ilma Rakusa, Thomas Kürstner, Sebastian Vogel und Sebastian Rudolf werden in „Die Welt verfliegt. Die Zeit verfliegt“ zu sehen und zu hören sein. Spielen wird das „Modern String Quartet“ sowie Burkhard Niggemeier und Ulrike Eidinger.

Karten: http://www.wege-durch-das-land.de

Schillers Wallenstein in Delbrück

Historische Stätten in Delbrück
Historische Stätten in Delbrück

Schief ist der Turm, den die Mitte der Stadt zierende Wehrkirche von 1180 trägt. Sechs Deelen schmiegen sich an den Rundling. Heikko Deutschmann, Judith Enge, Alexander Fehling. Alexander Khuon, Barbara Nüsse, Martin Schwab und das „Theatre of Voices“ lesen, spielen und musizieren Schillers Wallenstein am 22. Juni um 17 Uhr neu. Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun war hier und Johann Sporck aus Westerloh bei Delbrück begann seine militärische Karriere….

Karten: http://www.wege-durch-das-land.de

Wege durch das Land auf Böckel, Holzhausen und Corvey

Wege durch das Land. Wege durch OWL
Wege durch das Land. Wege durch OWL

Das Literaturbüro in Detmold, dessen Literatur- und Musikfestival „Wege durch das Land“ große Beachtung und immer weitere Kreise in der Republik zieht, hat sich im Juni, Juli und August drei wunderbare Orte in einem kleinen Heft vorgenommen: en coulisse.

Der Charme des Haferhauses auf Gut Böckel.
Die „Akademie der Lesenden Künste“ auf Gut Holzhausen.
Das Schloß Corvey mit „Lars Eidinger. Schauspieler in Residence“

Karten: http://www.wege-durch-das-land.de

Wege durch das Land auf Stift Fischbeck

Stiftsdamen (offiziell heißen sie hier Kapitularinnen) mussten bis 1924 sechzehn adlige Vorfahren haben – heute haben wir andere Anforderungen und Vorstellungen. Das Wohnen und Leben in einem evangelischen Damenstift ist geeignet für Frauen, die nicht mehr (voll) beruflich engagiert sind und die ihr berufliches Wissen und ihre Lebenserfahrung in eine christlich geprägte Lebensgemeinschaft einbringen wollen.Hier können sie sich – zusammen mit anderen Frauen – für den Erhalt und den Fortbestand einer traditionell von Frauen getragenen Institution engagieren, ohne auf die Teilnahme am üblichen gesellschaftlichen Leben zu verzichten.

Mathias Brandt liest auf Stift Fischbeck
Mathias Brandt liest auf Stift Fischbeck

Heißt es auf der Homepage  des über 1000 Jahre alten Stiftes Fischbeck nahe Hameln. Hier wird am Samstag 18 Uhr der  Bambi- und Grimmepreisträger Mathias Brandt aus dem bewegenden Roman „Tonio. Ein Requiemroman“ von A.F.Th. van der Heijden lesen und die Schriftstellerin Jenny Erpenbeck ihren Roman „Alle Tage Abend“ vorstellen. „Love Songs“ von Herny Purcell gibt es von Dorothee Miels (Sopran) und der Lautten Compagney unter Wolfgang Katschner.

Karten: http://www.wege-durch-das-land.de und 05231/308020 (Sarah Bloch)

Wege durch das Land auf Hof Heining in Werther

Hof Heining in Werther
Hof Heining in Werther

Am 8. Juni um 18 Uhr und einen Tag später um 11 Uhr ist der Heininghof in der Wertheraner Schloßstraße 115 Schauplatz der „Wege durch das Land“. Dabeisein wird auch Margarita Broich, die demnächst in Frankfurter Tatort die Kommissarin geben wird und ebenso als Theaterschauspielerin wie als Fotografin einen Namen hat. Sie liest von Maria Breig „Annas Arbeit“. Von Piotr Sommer ist die Lesung „Im Dunkeln auch“ zu hören. Musik gibt es vom Elina Duni Quartet. Ob Heinrich Heining das Banner eines schwarzgelben westfälischen Fußballvereins auf dem Scheunendach läßt?

Karten: http://www.wege-durch-das-land.de und 05231/308020 (Sarah Bloch)

Hier macht Wallenstein bald Rast: Delbrück

Der schiefe Kirchturm der katholischen Pfarrklirche St. Johannes Baptist  in DelbrückPfarrkirche St. Johannes Baptist.
Der schiefe Kirchturm der katholischen Pfarrklirche St. Johannes Baptist in Delbrück

Es ist Wahrzeichen und Mittelpunkt der knapp 30.000 Seelen zählenden Stadt Delbrück. In den Kneipen rund um den Kirchplatz sammeln sich die katholischen Seelen,um den heutigen Fronleichnamstag ausklingen zu lassen.  Am 22. Juni gastiert hier „Wege durch das Land“ ab 17 Uhr mit Friedrich Schillers „Wallenstein“.

Wege durch das Land: Schloß Hämelschenburg

Schloß HämelschenburgmelschenburgAm 1. Juni gastiert das ostwestfälisch-lippische Literatur- und Musikfestival auf dem reizvoll zwischen Hameln und Bad Pyrmont gelegen Weserrenaissanceschloß Hämelschenburg.  Die seit dem 15. Jahrhundert dort lebende Familie von Klencke ist in der Geschichte eng mit religiösen Auseinandersetzungen und der Entwicklung der Kirche verbunden. Man findet hier eine der ersten protestantischen Kirchen, an der diese Entwicklungen erkennbar sind. An diesem Ort liest der Schauspieler Josef Ostendorf um 18 Uhr aus dem Werk ‹Das große Welttheater› von Pedro Calderón de la Barca, einer der berühmtesten Texte, die die religiöse Fragen behandeln. Dem gegenüber stehen die feinen Worte und Gedichte der Schriftstellerin Doris Runge, die aus ihrem Gedichtband ‹Zwischen Tür und Engel› vortragen wird. Im Konzert sind Daniel Hope und Sebastian Knauer mit Werken von Brahms, Schumann, Mendelssohn u. a. zu hören.

Karten: http://www.wege-durch-das-land.de und 05231/308020 (Sarah Bloch)

Benno Führmann in Bethel

Benno Führmann  ©german watch e.V.
Benno Führmann ©german watch e.V.

Benno Führmann ist heute eine feste Größe unter den Schauspielern der Republik.  Am 30. Mai wird er mit Einar Màr Guõmundsson (aus dem Isländischen: „Englar alheimsins“) und Constanze Becker („Es lebe das Leben“/Frieda Kahlo) in der Zionskirche in Bielefeld–Bethel lesen. Musik von Bach u.a. von Countertenor Andreas Scholl.

Karten: http://www.wege-durch-das-land.de (Sarah Bloch)

Zionskirche Bethel
Zionskirche Bethel

Katharina Thalbach in Detmold

Katharina Thalnach  Copyright: Lutz Edelhoff
Katharina Thalbach Copyright: Lutz Edelhoff

Der Friedrichsthaler Kanal in der beschaulichen Residenzstadt Detmold. Friedrich Rose, Anfang der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts Reichsminister des Äußeren und bedeutender Orientalist, wird ihn gekannt haben. Katharina Thalbach, eine unserer großen Schauspielerinnen, liest im Rahmen des Literatur- und Musikfestivals „Wege durch das Land“ seine Übersetzung aus dem Persischen im Palaisgarten am Samstag, 25. Mai, „Die Sinnsprüche Omars des Zeitmachers“. Mohammed Bennis liest Gedichte: „Die Gabe der Leere“. Es spielt Fazil Say am Klavier. Übersetzung und Einführung: Stephan Milch.

Karten http://www.wege-durch-das-land.de (Sarah Bloch)

Auf Gut Holzhausen

Gut Holzhausen bei Nieheim
Gut Holzhausen bei Nieheim

Am Pfingstmontag gastieren die „Wege durch das Land“ auf Gut Holzhausen bei Nieheim. Peter Handkes „Helena“ wird die außergewöhnliche Schauspielerin (demnächst Burg-Theater, Wien) Birgit Minichmayr zwar nicht geben, wohl aber den Zyklus „Gedicht an die Dauer“ von Handke. Der Schauspieler Wulf Herzogenrath liest John Cage; „Nach dem Zufall gewürfelt“. Für die Musik sorgt der Pianist Alexej Lubimov, unterstützt von Natalia Pschenitschnikova (Sprechstimme).

Birgit Minichmayr   Copyright: Manfred Werner
Birgit Minichmayr Copyright: Manfred Werner

Ulrich Noethen: „Rückkehr der Götter“ in Marienmünster

Wege durch das Land in Marienmünster
Wege durch das Land in Marienmünster

Sonntag, 19. Mai ist der Schafstall der Abtei Marienmünster Station der „Wege durch das Land“. Dem Literatur- unbd Musikfestival von Ostwestfalen-Lippe. Ab 18 Uhr wird der Philosoph und Essayist Eduardo Subirats im vor 885 Jahren gestifteten Benediktinerkloster über „Ein böses Vorzeichen“ zu Zeiten der Spanier und Azteken sprechen. Ulrich Noethen („Hanna Arendt“ von Margarethe von Trotta) hat „Die Rückkehr der Götter“ – Aufzeichnungen der Azteken zum Thema, Die Capella de Ministrers spielt „Atlanticus“ mit Cancioneros und Tänze aus Spanien und Mexiko.

Eduardo Subirats und Ulrich Noethen
Eduardo Subirats und Ulrich Noethen
Capella de Ministrers  Copyright: Rovira Ana Ponce
Capella de Ministrers Copyright: Rovira Ana Ponce

Karten: http://www.wege-durch-das.land.de (Sarah Bloch)   

Wege durch das Land: Schloß Welda

Schloß Weida bei Warburg
Schloß Welda bei Warburg

Die 1835 geborene Ferdinande Maria Theresia Freiin von Brakel war zu ihrer Zeit eine bekannte Schriftstellerin. An sozialen Fragen sehr interessiert, galt sie als eine der besten weiblichen Vertreterinnen ihres Standes, deren Werke auch übersetzt wurden. „Wege durch das Land“ macht am Samstag 18. Mai, dort Halt. (11.30 Uhr und 18 Uhr).

P1060431 Stolterfoht, Zischler, Signum QuartettDer Lyriker Ulf Stolterfoht (FAZ: „… außergewöhnlicher Sprachkünstler“), der Schauspieler Hanns Zischler (hat u.a. mit Wim Wenders, Claude Chabrol und Andrew Birkin gearbeitet) sowie das Signum Quartett (Kerstin Dill, Annette Walther, Xandi van Dijk, Thomas Schütz) rezitieren, lesen und spielen.

http://wege-durch-das-land.de/programm/kalender/schloss-welda/schloss-welda-18-5-2013-1800.html

Karten: http://www.wege-durch-das.land.de (Sarah Bloch)   Bilder: Literaturbüro Detmold