Rosenblüten-Confiture

Duftende Rosenblüten sind ein Zeichen der Zuneigung, der Erinnerung und ein sehr kostbarer Rohstoff für die Küche. Heute konnte ich nicht widerstehen, die Ernte vorzunehmen, denn es braucht einige Blüten und meine Rose, eine herrlich duftende Küchenrose, hatte heute ein reiches Angebot an üppigen Blüten, die wegen der Hitze den Tag eh nicht überlebt hätten, so habe ich sie haltbar gemacht…

Rosenblüten

Zutaten:

100 gr. Duftrosenblüten ungespritzt
Saft von 3 Limetten
Saft von einer halben Zitrone
der Saft sollte ca. 100 ml betragen
170 g weisser Rohrzucker
1 Vanilleschote ausgekratzt, Restschale kann in einem luftdichten
Glas mit Zucker als Vanille Zucker verarbeitet werden für andere Einsätze.
300 ml Wasser

Rosenblüten in kleine Riemchen schneiden, mit Zucker und dem Zitronensaft vermischen und 4 Stunden ruhen lassen. Danach Wasser und die ausgekratzte Vanille hinzufügen und mit dem Pürierstab gut durcharbeiten.

Jetzt wird alles unter Rühren aufgekocht und geköchelt, bis die Gelierfähigkeit einsetzt, also ca. 10 – 15 Minuten. Die Confiture wird kochend heiss in mit kochendem Wasser ausgespülte Twist-off Gläser abgefüllt, sofort verschlossen und auf den Kopf gestellt, bis der Gläserinhalt abgekühlt ist.

Rosenblüten Confiture

Es ist wie Erdbeeren zum Champagner, diese Confiture hat etwas Sinnliches, ein Traum zu Eiscreme, Käse, für die Füllung von Gebäck, für Quark und Sahnespeisen wie Panna Cotta ..oder ein in Fett gebackenen Backfisch mit dieser Confiture. Vorsicht: kann sinnliche Höhenflüge auslösen… Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf und finden Sie Ihr Geschmackserlebnis. Mein Favorit ist ein veganes Sahneeis mit Schokonips, das mit dieser Confiture marmoriert wird und mit einer Decke aus gehackten Pistazien zugedeckt ist

Dieses Rezept ist vegan/glutenfreit/laktosefrei und aus der Erfahrungsküche von Sigrid Diesterweg.

Fotos: Sigrid Diesterweg

Den Tatsachen ins Auge gefasst – Gedanken einer Mutter, die auch mal ein Kind war….

Entenmutter2

Wie sagt man: Geschenkt und wieder holen ist gestohlen….
Wir haben unseren Kindern das Leben geschenkt…..
Ein neues Leben mit einem eigenen Anfang, einem einzigartigen Wesen
und mit dem Recht auf ein aus sich heraus erwachsendes Leben.
Unsere Liebe, unsere Fürsorge, unser Respekt und unser Dialog als
Mutter sollte dieser Einzigartigkeit dienen, eine vermehrende Vielfalt und
Bereicherung dieser Gaben wird zu uns zurückkommen.
Wir wollten auch nichts anderes als unser eigenes Leben.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Muttertag!

Text: Sigrid Diesterweg

Ganz ohne Blubb – Spinat macht es sich gemütlich auf einer Gemüse-Linsen-Curry Suppe

Aus der Erfahrungsküche „Brot und mehr“ von Sigrid Diesterweg

Spinat ohne Blut Living in OWL

Spinat ist gesund, das wissen wir alle, aber wie es so ist mit den gesunden Speisen… Die richtige Leidenschaft für dieses Gemüse habe ich auch erst im höheren Alter erfahren und jetzt findet sie in diversen Kombinationen Eingang in mein Kochrepertoire. Dank meines Null-Grad Gemüsefachs hält der Spinat bis zu einer Woche, aber meistens verwerte ich ihn frisch.

Zutatenvorbereitung:

Suppe:

1 Gemüsebund klein geschnitten
4 grössere Kartoffeln klein geschnitten
1 Liter Gemüsebrühe
2 Tomaten kleingeschnitten
1/2 Löffel getrockneter Thymian
1,5 cm Würfel frischer Ingwer
5 Pfefferkörner
1 Tasse orange Linsen, die separat in Wasser gekocht werden, weissen Schaum, der beim Kochen entsteht, abschöpfen

Würze:

1 Zwiebel in kleine Würfel geschnitten
2 Zehen Knoblauch kleinst gehackt
1/2 gestrichener Teelöffel Bockhornklee
1/2 gestrichener Teelöffel Schwarzer Senfsamen
1 gehäufter Esslöffel Curry
Olivenöl
500 g Blattspinat, die Anschnitte der Stiele abschneiden, waschen und in Salzwasser kochen, danach abtropfen lassen. Alternativ Tiefkühlblattspinat verwenden.
Muskatnuss, Pfeffer, Gewürzsalz (Herbarmare)

Als Erstes werden die Linsen in ungewürztem Wasser aufgesetzt und gar gekocht, die Suppe mit all ihren Zutaten zum Kochen bringen, danach auf kleiner Flamme köcheln.

Für die Würzherstellung werden alle Zutaten in Öl angedünstet, bis ein feiner Currygeruch entsteht, die Mischung wird dann mit einer halben Tasse Wasser abgelöscht.

Der Spinat wird jetzt in das kochende Salzwasser gegeben, kurz aufwallen lassen, in einen Durchschlag gießen, Wasser mit einem Suppenlöffel herausdrücken, würzen und auflockern, damit es besser zu essen ist, Spinat kleinschneiden je nach Gusto, ich lasse ihn ganz.

Zum Schluss werden die Linsen und die Würzmischung in die Suppe gegeben, vermischt und nicht zu fein püriert, damit sich die verschiedenen Aromen gut verbinden.

Angerichtet wird in einer kleinen Suppenschüssel oder im tiefen Teller, den Blattspinat als Insel hinzugeben. Ich garniere gern mit ein paar angerösteten Sonnenblumenkernen oder Pinienkernen oder gerösteten Hirse/Sesamtopping.

Für die Fleischfraktion: Hähnchenbrust Stückchen gewürzt mit Koriander, Pfeffer Salz und Sesam angebraten als Topping.

Für 4 Personen

Grundrezept ist vegan, glutenfrei, laktosefrei

Ohne Spinat ist die Suppe auch wunderbar in Twist-off Gläser (vorher kochendes Wasser in die Gläser füllen und vor dem Befüllen ausschütten), heiss abgefüllt, etwas für den Vorrat oder als „Takeaway from Home“ für das Büro.

Als Alternative zur Gemüsesuppse geht auch Tomatensoße (Dosen Tomaten). Butzen entfernen, kochen, pürieren, alles andere wie im Rezept angegeben. Allersdings nehme ich gerne dunkle kleine braune Linsen bei dieser Variation.

Wirsingkohlblätter packen ein …

… und geben sich mit einer reinen Tomatensoße zufrieden!

Wirsing ist für mich der vornehme Vertreter aus der Kohlfamilie, ein feiner, nicht alles überlagernder Geschmack macht ihn für mich zu einem meiner Lieblinge.

Wirsingrouladen Living in OWL

 

Zutaten für 4 Personen

8 grosse Wirsingkohlblätter
1 Tasse Bulgur
250 g Champignons in kleinste Würfeln geschnitten
2 Schalotten in kleinste Würfel
1 Knoblauchzehe in kleinste Würfel
1 kleine Spitzpaprika in kleinste Würfel
1 halbe rote Chili in kleinste Würfel
2 Stängel krause Petersilie klein geschnitten
Oel
2 X ó Tassen Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
Senf 5 cm
1 Esslöffel rote Thaicurrypaste
1 Esslöffel Selleriemus
ó Teelöffel Kümmel
1 Dose Tomatenstücke

Die 8 grossen Außen-Kohlblätter vom Strunk lösen, waschen, unteren harten Mittelteil des Blattes herausschneiden, 3 Minuten in kochendem Wasser blanchieren, herausnehmen und abtropfen lassen.

Bulgur mit Gemüsebrühe aufkochen und leicht simmernd quellen lassen. Nicht zu weich werden lassen, abschütten und beiseite stellen.

Tomatenstücke in einem Topf aufkochen und dann köcheln lassen, Strünke entfernen, bis eine musige Soße entsteht.

In einer Pfanne werden die Schalotten, Knoblauch, Chili, Spitzpaprika, Champignons in Oel angebraten, der Bulgur dazu gegeben und dann mit der Thaipaste, Selleriepaste, Senf, Salz und Pfeffer gewürzt und mit einer halben Tasse Brühe abgelöscht. Umrühren, bis eine homogene Füllung entsteht, zum Schluss die Petersilie dazugeben und unterheben.

Die Kohlblätter werden jetzt ausgelegt, und der Schlitz durch übereinanderlegen geschlossen, 2 Esslöffel Füllung in die untere Mitte geben, jetzt eine Umdrehung einrollen, die Blattseiten auf die Rollen einklappen und die Rolle fertig aufrollen, nicht zu locker.

Manchmal ist es ratsam, mit einem Zahnstocher die Rolle zu sichern.

Die fertigen Kohlpakete werden jetzt mit etwas Oel in der Pfanne angebraten bis sie eine leicht bräunliche Färbung annehmen, mit der halben Tasse Brühe abgelöscht und zugedeckt 5 Minuten gegart. Nach der Hälfte der Zeit wenden.

Die Brühe sollte jetzt mehrheitlich verkocht sein.

Wir essen das Gericht gerne ohne weitere Beilagen, da praktisch die Beilage schon eingewickelt ist, im Kohlpaket. Aber wenn sich noch Leute anmelden, die nicht geplant sind, bereite einen
Zucchini/Kartoffelpuffer zu und leg das Kohlpaket darauf, gib die Tomatensosse oben drauf und garniere mit Croutons und Kürbiskernen aus der Pfanne.

Auf einem Spiegel von der Tomatensosse, 1-2 Rouladen aufschneiden und beide Teile senkrecht auf den Teller aufstellen und servieren.

Die Fleischfraktion geniesst diese Roulade als Beilage.

Dieses Rezept ist vegan und laktosefrei

Aus der Erfahrungsküche „Brot und mehr“ von Sigrid Diesterweg

Bei Rückfragen Mail an: 05202884305@t-online.de

Lust auf vegan?

Vegetarisch gern, aber bitte nicht vegan. Keinen Käse, keinen Honig, keinen Cappuccino und – am schlimmsten – kein Eis im Sommer, was hat man da noch vom Leben? Meine Vorurteile waren felsenfest zementiert. Bis ich Sissi Diesterweg traf. Sie lud mich nach Augustdorf in ihr Haus ein und kochte für mich ein veganes Menü. Selten habe ich besser gegessen.

Sissi Diesterweg
Sissi Diesterweg

Räumen wir also auf mit den Vorurteilen. Living in OWL und Sissi Diesterweg werden zukünftig alle zwei Wochen ein veganes (oder auch mal ein vegetarisches) Gericht vorstellen. Und das ist noch nicht alles. Sämtliche Gerichte aus Sissis Küche erzählen eine Geschichte.

„Diese Geschichten sollen Lust machen, das Essen zu genießen und den eigentlichen Geschmack der Lebensmittel zu mögen und auch zu der Ausgewogenheit des Speiseplans beizutragen. Essen ist mit Geschichten verbunden. Vielleicht tragen die Geschichten auch dazu bei, sich bewusst zu werden, dass das Essen ein prägender Teil unseres normalen Daseins ist, eingebunden in unsere Lebensgeschichten. Drei Mahlzeiten am Tag. Zubereitung und Einkauf dürfen einfach nicht als Routine des Lebens verkommen, das wäre verplemperte Zeit. Sage mir was du isst, und ich sage dir, wie du lebst.

Es sind Speisen, die an einem besonderen Ort genossen wurden, es sind Speisen, die Erinnerungen wecken, von einer Reise mitgebracht wurden, zu einem besonderen Anlass gegessen wurden oder einfach auf der Suche nach etwas Neuem gefunden und ausprobiert worden sind.

Grundkenntnisse habe ich in dem preussisch/schwarzwälderischen Haushalt meiner Familie erworben, was mehr den erzieherischen Maßnahmen galt und – was auf den Tisch kommt, wird gegessen – nicht immer zu meiner Zufriedenheit ausfiel.

Freitags Fisch. Brat- oder Kochfisch mit Dillsauce ging ja noch, aber Hering, den spüre ich heute noch in meiner Backe. Geräucherte Sprotten, Heilbutt oder Schillerlocken waren auch nicht mein Fall, aber mein erster Sohn träumt heute noch von den Schillerlocken, die er mit seinem Opa gegessen hat. Und ich sehe vor meinem inneren Auge den wohlwollenden Ausdruck auf dem Gesicht meines Vaters, weil sein Enkel diese Leidenschaft für Räucherfisch mit ihm teilte. Eine andere Art der Verbundenheit.

Auch die Geschichten meiner Eltern bei Tisch, Das Weitergeben von Wissen ist eine Basis, auf die ich immer wieder gerne zurückgreife, das Gefühl der Gemeinschaft, auch wenn man sich damals kein und unbedeutend fühlte, geben mir noch heute den Kick, alles mal von dieser Perspektive zu betrachten, als ob man nichts weiß und keine Erfahrungen hat. Erstaunlich, wie gut man sich für anderes Denken begeistern kann. Man startet einfach nochmals bei Null, leichtfertig sage ich manchmal; Neues Glück, neues Spiel. Ich genieße diese gedankliche Freiheit, sie hat Raum für neue Möglichkeiten.

Mein erster Sohn aß liebend gerne Salat und Gemüse. Bei einem Besuch von mir in seiner Ferienfreizeit in Wilhelmshaven fragte ich ihn beim Mittagessen, warum er das Gemüse nicht äße. Ich dachte schon, er habe Heimweh, aber die Antwort war überraschend: „Das ist nicht aus Opas Garten.“

Eine weitere Station war ein Jahr Hauswirtschaft in der Schule. Eine ungarisch-stämmige Hauswirtschaftslehrerin hat mir viel beigebracht, auch wenn sie der Ansicht war, dass ich egozentrische Alleingänge machte, da meine eigene Erfahrung auf lehrbuchkonformes Kochen traf.

Aber das Wissen, dass das Essen und dessen Zubereitung ein lustvolles Sinneserlebnis ist, das logistisches Können mit Phantasie und Kreativität vereint, habe ich erst bewusst mit zunehmender Lebenserfahrung entwickelt, neben meinem durchgängigen aktiven Berufs- und Familienleben.

Gemeinsames Einkaufen und Kochen und Essen ist eine sinnliche Erfahrung, die Lust auf mehr macht und Spielarten zulässt, die eben nur zu zweit oder in der Gruppe erlebbar sind. Ein sozialer Akt, eine Befriedigung als soziales Wesen und eben nicht nur zur puren Nahrungsaufnahme. Eltern wissen oft gar nicht, dass gemeinsame Mahlzeiten als wichtiger Bestandteil zur Bildung von sozialer Kompetenz beitragen.“

Die Idee, einmal vegane Küche auszuprobieren, kam Sissi Diesterweg übrigens, weil einer ihrer Mitbewohner Veganer ist. „Das geht leckerer„, dachte sie sich und begann zu experimentieren. Die Ergebnisse lesen Sie in Living in OWL. Viel Freude damit!