Magische Früchte des Waldes

Jetzt im Spätsommer hängen Bäume und Sträucher voll mit Beeren, Nüssen und Früchten. Ihr kennt sie alle, aber wisst Ihr auch um ihre magischen Eigenschaften?

Eicheln: Eine Eichel, bei Neumond eingepflanzt, soll schon bald Geld und Wohlstand bringen. Bedingung: Es darf keine andere Eiche in Sichtweite sein.
Hat Dich Dein Liebster verlassen, und Du willst ihn unbedingt zurück, trage eine Eichel als Amulett unter der Kleidung. (Achtung: Überlege Dir genau, ob Du ihn wirklich noch willst, denn rückblickend betrachtet, ist man dem Schicksal meist dankbar, dass dieser Kelch an einem vorübergegangen ist.)

Kastanien: Die erste Kastanie, die man im Herbst findet, soll in der Hosentasche getragen werden. Sie bringt Glück und sorgt dafür, dass Unfälle glimpflich ablaufen. Thema Geld: Zur Anziehung von Wohlstand einen Geldschein (5 Euro sind ausreichend) um eine Kastanie wickeln, in einem grünen Beutel verwahren und diesen bei zunehmendem Mond bei sich tragen.

Vogelbeeren: Getrocknet und auf einer Schnur aufgezogen, sollen die Früchte der Eberesche gegen Stagnation und Blockaden helfen.  Dazu eine oder zwei Beeren vom Garn ziehen und zwischen den Fingern zerbröseln, während man über die Wunschziele nachdenkt. Vogelbeeren sind übrigens nicht giftig!

Holunderbeeren: Briefe an den Liebsten, mit der Tinte aus zerstoßenen Früchten geschrieben, verzaubern ihn und ziehen ihn unweigerlich zu Dir. (Achtung: siehe oben). Bewiesene Wirkung von Holunderbeeren: Zu Saft verarbeitet, schützen sie vor Erkältung.

Obige Tipps ohne Gewähr für den Eintritt der Wirkung!

 

Langsam locken wieder die Holunderbeeren

Ausgesprochen vielseitig und gesund: Holunderbeeren

Jetzt im August und September beginnen die anfangs roten, später schwarzen Vitamin-C– und Kaliumreichen ca. sechs Millimeter großen „Beeren“ (eigentlich Steinfrüchte, auch als „Fliederbeeren“ bekannt) zu reifen. Sie haben viel burgunderroten Saft, der aus Textilien kaum auswaschbar ist und bilden jeweils drei Samen. Während diese Früchte reifen, färben sich auch die Stiele, an denen sie sitzen, rötlich. Die Beeren sind nach dem Abkochen oder Vergären essbar. Die Früchte werden hauptsächlich durch Vögel verbreitet, doch auch Säugetiere und Menschen tragen zur Verbreitung bei. Holunder kann sich zu gewaltigen Büschen auswachsen.

Silvia Pollmanns leckere Holunderblüten-Ideen

Wächst jetzt überall: Holunder © Andrea Wilhelm – Fotolia.com
Silvia Pollmann

Überall an den Wegesrändern des Teutoburger Wald sieht man jetzt die weissen duftenden Blütendolden des Holunder. Silvia Pollmann vom „Leopoldstaler Hof hat uns ein schönes Rezept für ein leckeres Dessert daraus geschickt:

Holunderblüten-Sorbet
mit gebackener Holunderblüte für 4- 6 Personen

Kein spontanes Rezept, da sich das Holunderblütenaroma erst entwickeln muß.

Für das Holunderblüten Sorbet:
Beim nächsten Spaziergang sammeln Sie ca.
30 große Holunderblüten, möglichst frei von Ungeziefer.

375 ml trocken/halbtrockener Riesling
375 ml Apfelsaft klar

375 ml Wasser
220 g Zucker

Die Holunderblüten abschütteln und absuchen. Bitte nicht abwaschen, da geht das Aroma flöten. Also nur die Holunderblüten nehmen, die oben wachsen. Die Blüten in ein großes Gefäß tun, für welches man auch einen Deckel hat, mit dem Riesling und dem Apfelsaft übergießen. Deckel drauf und 24 Stunden im Kühlschrank stehen lassen.

Der nächste Tag:
Das Wasser und den Zucker in einem Topf ca. 20 min zu Sirup kochen lassen, wer mag kann noch die Schale einer Zitrone hinzufügen. Den Sirup durch ein Sieb gießen und abkühlen lassen. Die Holunderblüten ebenfalls durch ein Sieb abgießen. Dann den Sirup und den Holunderblütensud mischen. In die Eismaschine füllen und nach Herstellungsanleitung kühlen.

Das Sorbet schmeckt jetzt schon, aber noch besser schmeckt es, wenn es nochmal mindestens 24 – 48 Stunden im Tiefkühlfach war.

Beim nächsten Sparziergang nochmal 12 große Holunderblüten sammeln. Dieses Rezept ist spontan und geht nur mit frischen Holunderblüten. Passt auch gut zu Rumpsteak
oder Rinderfilet oder Lamm auch zu Rehrücken dann aber bitte nicht soviel Zucker in den Teig.

1 Eigelb
1 Eiweiß geschlagen
125 g Mehl
125 ml Weißwein
Zucker nach belieben

Das Eigelb, Mehl und Weißwein zu einem luftigen Teig verrühren, dann das geschlagene Eiweiß unterheben. Die Blütendolden in den Teig tauchen und in der Friteuse bei 175 C kurz ausbacken. Der Teig sollte hellgelb bis goldgelb sein.

Beides zusammen auf einem schönen großen Teller anrichten.
Lecker, günstig und auf jeden Fall „Sterne – Küche“.

Noch reichlich gedeckter Tisch

Wer Mist macht, bleibt draußen....

Die Landwirtschaftskammer sagt, der herbstliche Tisch sei „noch reichlich gedeckt“. Was immer das in der Sprache der Agronomen und Waldkenner auch heißen mag. Jedenfalls sind viele Charakterköpfe noch draußen und fressen sich ein Winterpolster an.

Ob Grasfresser.....

…. oder gefiederte Freunde, die sich eher heimlich die Samen aus den Tannenzapfen holen…

.. noch reichlich Tannenzapfen da

Nur die Holunderbeeren verschmähen wohl Mensch und Tier.

... dabei ist Holunder doch so gesund
Ach komm. Geh mir fort. Das hängt doch viel zu hoch.

„Living in OWL“ macht eben auch unseren Tieren Spaß!

Holler

Schwarzer Holunder

In Österreich sagt man „Holler“ zu unserem Holunder. In Norddeutschland oft auch „Flieder“. Überall aber gehen die Früchte der Gattung Sambucus nun in ein tiefes, dunkles, reifes Fastschwarz über. Zeit für Sammler, die wild an vielen Waldrändern wuchernden Büsche zu plündern und die Früchte zu verarbeiten. Da sie in rohem Zustand eine gewisse Giftigkeit besitzen, ist Kochen angesagt. Apotheker erklären die wunderbare Wirkung des Holler so:

Holundersaft und die Holunderbeeren, aber auch Tees aus Rinde und Blüten-ständen sind ein bewährtes Hausmittel gegen Erkältung, Nieren- und Blasen-leiden sowie zur Stärkung von Herz und Kreislauf. Die Wirkung beruht auf  dem in den Früchten mit 180mg/kg reichlich enthaltenen Vitamin C sowie Vitamin B, Fruchtsäuren, ätherischen Ölen, Flavonoiden und vor allem dem farbgebenden Anthocyan. Dieses Antioxidans schützt die Zellmembranen vor Veränderungen durch freie Radikale und verlangsamt so den Alterungsprozess der der Zellen des menschlichen Konsumenten. Bekannt ist sind auch entzündungshemmende und dadurch schmerzlindernde und fiebersenkende Effekte.