Auszeit vom Alltag – Literarisches Wanderwochenende

Ganz nah und doch weit weg. Ein Wochenende lang „Wege erleben“.

Worauf schon viele Fans von Renate Dyck und ihren Veranstaltungen warten, wird im Oktober Wirklichkeit. Ein Wochenende lang Wanderungen in die schönsten Gegenden Ostwestfalens mit literarischen Perlen für Phantasiereisen und die Möglichkeit eines Fotospaziergangs.

Knickenhagen – Foto: Renate Dyck

Forschungsergebnissen zufolge u.a. des deutschen Wanderinstitutes sind Wanderungen in den Mittelgebirgen mit ihren Natur- und Landschaftserlebnissen besonders geeignet zur Stärkung der Selbstheilungskräfte und der Stressresistenz. Renate Dyck hat deshalb für das Wochenende vom 13. – 15. Oktober 2017 die abwechslungsreichen Landschaften rund um Externsteine, Silberbachtal und Velmerstot mit ihrer Naturnähe ausgewählt. Dort bietet sie für alle Wander-, Literatur- und Fotobegeisterten an dem Wochenende Wanderungen mit Literatur, Phantasiereisen und für alle, die gern fotografieren möchten, einem Fotospaziergang mit Richarda Buchholz an.

Herbstlicher Nachmittag an den Externsteinen. Foto: Petra Zreik

Ausgangspunkt ist Holzhausen – Externsteine. So ist es möglich, an diesem Wochenende ohne weite Anfahrten eine Auszeit vom Alltag zu genießen und durch geführte Wanderungen in abwechslungsreichen, von Naturgeräuschen geprägten Landschaften zwischen den Externsteinen und Velmerstot aufzutanken.

Wählen können Sie an dem Wochenende zwischen verschiedenen Wanderungen. Wer mag, von früh zum Sonnenaufgang an den Externsteinen bis spät zur Eulenbalz. Aber insgesamt nach Lust und Laune. Muße zum Lesen, Schwimmen und Saunieren im Hotel sowie umfangreiche Frühstücksbüfetts und 4-Gänge-Menüs runden das Wochenende ab.

Silberbachtal – Foto: Renate Dyck

Das Wochenende beginnt am Freitag mit der Anreise zwischen 14.00 – 15:00 Uhr im 4-Sterne-Waldhotel Bärenstein. Es endet am Sonntag ca. um 14.30 Uhr. Das Hotel liegt direkt an einem Wald mit altem Baumbestand, durch den die Externsteine nach kurzer Gehzeit erreichbar sind.

Für alle, die an dem Wanderwochenende teilnehmen, bietet das Hotel Bärenstein bis Ende Mai attraktive Vorzugspreise für Unterkunft und Verpflegung an (Preise incl. kostenfreier Nutzung von Sauna und Schwimmbad / Getränke und Kuchen gesondert). Buchungen für Unterbringung / Verpflegung über das offerierte Kontingent direkt beim Waldhotel Bärenstein sind bis spätestens Ende Mai 2017 möglich.

Auf der Website www.wege-erleben.de von Renate Dyck finden Interessierte unter „Mehrtägige Angebote“ im Menüpunkt Programm die Ausschreibungen für die literarischen Wanderungen und den Fotospaziergang sowie die Konditionen des Hotels und die Anmeldebögen für die Angebote Wandern und Fotospaziergang. Anmeldungen für diese Angebote sind ebenfalls bis max. 31. Mai möglich. Für weitere Informationen erreichen Sie Renate Dyck unter Tel. 0521 – 5229908 oder

dyck@wege-erleben.de .

 

Kreuzabnahmerelief an den Externsteinen

Ein Besuch der Externsteine lohnt sich nicht nur wegen der schönen Natur ringsherum. Auch die Steine selbst bieten beachtenswerte Details.

Zum Beispiel das Kreuzabnahmerelief, das sich am Fuße des rechten Felsens befindet. Es ist von besonderer Bedeutung, weil es sich bei diesem um 1130 entstandenen Relief um die älteste deutsche in einen Felsen gehauene Großplastik handelt. Allerdings wird vermutet, dass Teile davon bereits aus vorchristlicher Zeit stammen, die von christlichen Künstlern später überarbeitet wurden.

Kreuzabnahmerelief an den Externsteinen

Das Relief zeigt die Kreuzabnahme Jesu und rechts unten soll es sich angeblich um eine gebeugte Irminsul (Himmelssäule, Weltenesche) handeln. Die Irminsul war Heiligtum der heidnischen germanischen Alt-Sachsen, die von Kaiser Karl dem Großen im Zuge der Christianisierung zerstört wurde.

Der untere Teil des Reliefs ist ersichtlich älter als der obere Teil und soll Adam und Eva darstellen, wobei auch hier die Meinungen auseinandergehen, ob nicht doch vielleicht ein vorchristlicher Künstler am Werk gewesen ist.

Wie das Gebiss eines uralten Riesen
Wie das Gebiss eines uralten Riesen

(Un)Kräuter – Nicht ärgern, sondern essen

Kletten, Brennesseln, Löwenzahn, Giersch – Hobbygärtner sind meist nicht gerade begeistert, diese Gewächse in ihrem sorgsam gepflegten Garten zu haben und merzen diese „Unkräuter“ zumeist mit Stumpf und Stiel aus. Sie wissen eben nicht um die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten, sei es in Kochrezepten oder als Heilpflanzen.

Gerade die Brennessel gilt als die Königin der Heilpflanzen. Sie ist eine Pflanze mit Feuerkraft und reich an Eisen und Chlorophyll. Das Eisen ist gut sichtbar im rötlichen Stängel und im zeitigen Frühjahr auch auf der Blattunterseite. Und das enthaltene Chlorophyll ist bis auf ein Atom identisch mit unseren roten Blutkörperchen. Das und das enthaltene Eisen macht die Brennessel so wunderbar blutreinigend und blutbildend. Als Tee genossen wirkt sie gegen Rheuma, Gicht, Ödeme, Nieren- und Blasenkrankheiten sowie Prostatabeschwerden.

Die Blätter nur als Tee zu trinken, ist eigentlich zu schade. Zum Beispiel unter Spinat gemischt, liefern sie uns das bestverwertbarste Eisen überhaupt.

Brennessel, gut erkennbar auch die Brennesselsamen

Etwas Besonderes sind die Brennesselsamen. Sie enthalten eine Menge gut verwertbarer Vitamine und Mineralstoffe. Man sagt, dass man früher alten Gäulen, eine Woche bevor sie verkauft werden sollten, Brennesselsamen unter das Futter gemischt hat. Sie bekamen wieder ein glänzendes Fell und wurden viel fideler. Was für alte Gäule gut ist, kann für den Menschen nicht schlecht sein. Ein Teelöffel Brennesselsamen, z. B. dem Müsli beigegeben, soll in vielerlei Beziehungen wahre Wunder wirken.

Früher hat man sich mit der Brennessel sogar gekleidet, denn nichts anderes ist der uns bekannte „Nesselstoff“. Er galt als „Leinen des armen Mannes“.

Eine weitere wertvolle Pflanze ist der Spitzwegerich. Kulinarisch verwerten lassen sich die Blätter als Spitzwegerichsoße, -suppe oder -salat. Die Knospen, leicht in Butter angedünstet, entwickeln einen pilzartigen Geschmack.

„Wiesenwundpflaster“ wird der Spitzwegerich wegen seiner antibakteriellen Wirkung außerdem genannt. Zerriebene Pflanzen beruhigen die Haut nach Insektenstichen oder Berührung mit Brennesseln. Kleinere Schnittwunden heilen sehr schnell.

Spitzwegerich

Merkt man bei einer Wanderung, dass sich eine Blase am Fuß zu bilden droht, gibt man einfach einige Blätter Breitwegerich, dem Bruder des Spitzwegerich unter den Strumpf auf die betroffene Stelle. Beim Weitergehen zerreibt sich die Pflanze und hilft sehr oft, das Entstehen einer Blase zu verhindern.

Aus Spitzwegerich lässt sich DER Hustensirup schlechthin zubereiten. Dazu nimmt man flüssigen Akazienhonig und eine größere Menge junger Spitzwegerich-Blätter. Letztere werden in feine Streifen geschnitten und mit dem Honig vermengt. Ein Glas randvoll mit dieser Mischung machen, Deckel drauf und 80 cm tief in der Erde vergraben. Stelle merken und nach drei Monaten wieder ausgraben. Zum Vorschein kommt ein fast schwarzer Sirup, der die Inhaltsstoffe des Spitzwegerich enthält, dies sind vor allem Gerb- und Schleimstoffe. Gerbstoffe nehmen den Bakterien im Hals die Lebensgrundlage und die Schleimstoffe legen sich beruhigend auf die gereizte Stelle. Der Sirup hält sich ca. 2 – 3 Jahre, wenn er lichtgeschützt und nicht zu warm gelagert wird.

Kommen wir zur Gundelrebe, oder auch Gundermann genannt. Gundermann wird die Pflanze genannt, weil sie eine so wirkungsvolle Heilpflanze ist, dass sie als Persönlichkeit angesprochen wird.

Gundelrebe, auch „Gundermann“ genannt

Die Gundelrebe ist eine Minzeart mit viel ätherischem Öl. Sie blüht recht früh im Jahr. Gund ist das alte Wort für Eiter. Die Gundelrebe wirkt also gegen Entzündungen, besonders wenn sie mit Eiter in Verbindung stehen. Wenn man die Blätter hackt und eine Weile in die Sonne stellt, setzt sich das ätherische Öl ab. Dieses wird auf Entzündungen oder offene Stellen gegeben. In früheren Zeiten wurden auch Kühe mit einer Entzündung des Euters mit Gundelrebe behandelt, sowohl innerlich, indem man die Pflanze ins Futter mischte, als auch äußerlich, indem man das Euter mit dem ätherischen Öl einrieb.

Tee aus Gundelrebe ist sehr hilfreich zum Ausleiten von Schwermetallen. Daher tranken früher die Maler diesen Tee, da die Farben sehr bleihaltig waren und die Maler oft am Pinsel lecken mussten, um feine Striche hinzubekommen.

Die Gundelrebe ist wichtiger Bestandteil der Grünen-Neune-Suppe, der rituellen Frühjahrssuppe. Diese Suppe mit neunerlei Grünpflanzen soll den Menschen helfen, das ganze Jahr gesund zu bleiben.

In der Küche wird die Gundelrebe eher als Gewürz denn als Gemüse verwendet, da der Geschmack stark minzeartig ist. Ein Tipp fürs Dessert: Zartbitter-Kuvertüre schmelzen und Gundelrebenblätter darin eintauchen. Schmeckt wie After Eight von der Wiese.

Das war jetzt eine Übersicht über drei der am häufigsten vorkommenden Wildkräuter. Wer mehr erfahren möchte, nimmt am besten an einer der zahlreich angebotenen  Kräuterwanderungen teil.

Romantisches Silberbachtal

In der Nähe der Externsteine am Fuße des Velmerstot in Horn-Bad Meinberg befindet sich das Silberbachtal und das Waldhotel Silbermühle. Entlang des Silberbachs verlaufen romantische Wanderwege unter alten Bäumen, immer begleitet vom beruhigenden Plätschern des Baches.

Am Ufer des Silberbachs
Am Ufer des Silberbachs

Seinen Namen haben das Tal und der Bach seit dem Jahr 1710, wo im Silberbachtal tatsächlich nach Silber gesucht wurde.

Die Silbermühle wird seit 1895 bewirtschaftet und ist seitdem als Ausflugslokal weithin bekannt. Etwas später kam der Hotelbetrieb hinzu und bietet heute mit komfortablen Zimmern und abwechslungsreicher Speisekarte Ausflüglern, Wanderern und Familien ein ideales Ambiente.

Waldhotel Silbermühle

Auf der „Seeterrasse“ hat man einen wunderschönen Blick auf den Teich und in die romantische Natur ringsrum.

Blick von der Seeterasse
Blick von der Seeterasse


Auch das alte Mühlrad kann noch besichtigt werden.

Es klappert die Mühle am rauschenden Bach
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach

Kontakt:
Waldhotel Silbermühle
32805 Horn-Bad Meinberg
Neuer Teich 57
Telefon: 05234-2222
http://www.silbermuehle.de

Auf sechs Beinen durch OWL

Zwischen Rheda-Wiedenbrück und Höxter, Minden und Paderborn bieten sich Hundebesitzern und ihren vierbeinigen Lieblingen zahlreiche Strecken inmitten wunderschöner Natur, die darauf warten, entdeckt zu werden. Gabriele Voigt-Papke, Therapiebegleithundeführerin sowie Ausdauer- und Krafttrainerin für Hunde, hat 31 abwechslungsreiche Touren mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden für Hunde aller Altersklassen zusammengestellt.

Cover Wandern mit dem Hund in Ostwestfalen-Lippe

Die sorgfältig ausgesuchten Strecken führen ins Torfmoor bei Lübbecke, zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal, entlang des Jakobsweges zwischen Minden und Bielefeld, zum Welterbe Corvey, zu den sagenumwobenen Externsteinen oder auf den Drei-Seen-Weg in Schloß Neuhaus. Wunderbare Aufnahmen der herrlichen und abwechslungsreichen Landschaften machen Herrchen und Frauchen Lust, sich gleich mit ihrem Vierbeiner auf Entdeckungstour zu machen. Praktische Tipps für Hundebesitzer und Hinweise auf die vielfältigen Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeiten machen diesen Band zu einem unverzichtbaren Begleiter auf den nächsten Ausflügen mit dem vierbeinigen Freund. Ein Muss für alle Hunde- und Wanderfreunde, die OWL besser kennenlernen möchten.

Gabriele Voigt-Papke aus Hüllhorst, Jahrgang 1956, ist Ergotherapeutin mit dem Schwerpunkt tiergestützter Therapie und seit vielen Jahren für Tageszeitungen journalistisch tätig. Sie ist eine profunde Kennerin der Region und unternimmt mit ihren beiden Hundedamen Ida und Grace leidenschaftlich gerne Ausflüge in ihrer Heimat Ostwestfalen-Lippe.

Gabriele Voigt-Papke
Wandern mit dem Hund in Ostwestfalen-Lippe
31 abwechslungsreiche Touren
96 Seiten, ca. 100 Abb., Format 16,5 x 23,5 cm
Broschur mit Fadenheftung
ISBN: 978-3-95400-547-5
€ 14,99

Herbst an den Externsteinen

Herbstlicher Nachmittag an den Externsteinen

Das Gegenlicht an diesem herbstlichen Nachmittag hat schon etwas Unwirkliches an den Externsteinen. Die Farben leuchten in Tönen, wie sie schöner im Indian Summer von Neu-England auch nicht sind. Vor allem nicht vor der Haustür.

Walpurgisnacht an den Externsteinen

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Unser ostwestfälischer Brocken sind die  Externsteine, wo sich heute, wie jedes Jahr in der Nacht zum 1. Mai,  ein schillerndes Völkchen tummeln wird. Hexen, Esoteriker, Druiden und Wünschelrutengänger können hier tanzen, musizieren oder was immer sie in dieser schönen Natur zu tun lieben. Praktisch wäre allerdings ein fliegender Besen. Der Parkplatz vor den Externsteinen wird nämlich gesperrt sein.

Hexe Living in OWL

Melusine

Ich halt‘ in übersel’gen Armen
Umschlungen dich in stiller Lust
Und trink‘ im Kuß den lebenswarmen,
Den Hauch aus deiner tiefsten Brust.

Da schweben alte, liebe Sagen
Mir um den traumbefang’nen Sinn:
„Der Ritter fand einmal beim Jagen
Der Feeen schöne Königin.

Das war ein Kosen und ein Küssen,
Ein sonnengold’ger Liebesmai,
Die Nixen zogen aus den Flüssen,
Die Elfen durch den Wald herbei.

Mit ihren bunten Fackeln schwangen
Leuchtkäfer sich im Hochzeitstanz,
Und tausend Nachtigallen sangen
Den Brautgesang beim Mondenglanz.

Und kluge Zwerge spielten Geigen,
Und andre bliesen Flöt‘ und Horn;
So flatterte der nächt’ge Reigen
Um Melusine’s kühlen Born.“

Ach, hätte nur der dumme Ritter
Nach ihrer Herkunft nicht gefragt
Und all‘ den holden Zauberflitter
Mit einem plumpen Wort verjagt!

Der dumme Narr! Ich bin gescheiter,
Ich küsse dich und schweige still;
Und kümm’re wenig mich, was weiter
Aus dieser Liebe werden will.

Ob du geheim als Valandine
Dich arger Zauberkunst ergiebst,
Was frag‘ ich; schöne Melusine,
Mir ist genug, daß du mich liebst.

Arthur Fitger 1840 – 1909

Foto 2: © Andrey Kiselev – Fotolia.com

31. Mai – 02, Juni 2013. Nichts wie hin in OWL!

30052013-living-in-owlDieser Service wird unterstützt von pinkmaria Jeans & Jackett

Es ist wieder sehr viel los in OWL. Deshalb hier nur einige Events, die „Living in OWL“  ausgewählt hat. Diesmal: Bielefeld, Borgholzhausen, Herford, Kalletal, Delbrück, Beverungen, Hämelschenburg, Horn-Bad Meinberg.

Walpurgisnacht

Hexe Living in OWL

Melusine

Ich halt‘ in übersel’gen Armen
Umschlungen dich in stiller Lust
Und trink‘ im Kuß den lebenswarmen,
Den Hauch aus deiner tiefsten Brust.

Da schweben alte, liebe Sagen
Mir um den traumbefang’nen Sinn:
„Der Ritter fand einmal beim Jagen
Der Feeen schöne Königin.

Das war ein Kosen und ein Küssen,
Ein sonnengold’ger Liebesmai,
Die Nixen zogen aus den Flüssen,
Die Elfen durch den Wald herbei.

Mit ihren bunten Fackeln schwangen
Leuchtkäfer sich im Hochzeitstanz,
Und tausend Nachtigallen sangen
Den Brautgesang beim Mondenglanz.

Und kluge Zwerge spielten Geigen,
Und andre bliesen Flöt‘ und Horn;
So flatterte der nächt’ge Reigen
Um Melusine’s kühlen Born.“

Ach, hätte nur der dumme Ritter
Nach ihrer Herkunft nicht gefragt
Und all‘ den holden Zauberflitter
Mit einem plumpen Wort verjagt!

Der dumme Narr! Ich bin gescheiter,
Ich küsse dich und schweige still;
Und kümm’re wenig mich, was weiter
Aus dieser Liebe werden will.

Ob du geheim als Valandine
Dich arger Zauberkunst ergiebst,
Was frag‘ ich; schöne Melusine,
Mir ist genug, daß du mich liebst.

Arthur Fitger 1840 – 1909

Der ostwestfälische Brocken sind die Externsteine, wo sich heute Nacht wie jedes Jahr ein schillerndes Völkchen tummeln wird. Laut Mindener Tageblatt sind Esoteriker, Druiden und Wünschelrutengänger herzlich willkommen. Sie können an den Externsteinen tanzen und musizieren. Nicht willkommen sind Horden mit Alkoholvorräten in Bollerwagen. Der Parkplatz vor den Externsteinen ist daher in der Walpurgisnacht gesperrt.

Foto: © Andrey Kiselev – Fotolia.com

Kulturelle Wanderungen

Auch in diesem Frühjahr locken Renate Dyck und Christine Ruis die Ostwestfalen wieder in die freie Natur.

Die Externsteine im Frühling
Die Externsteine im Frühling

Die Veranstalterinnen verstehen sich als Anbieterinnen von  Geh- Hör- Veranstaltungen. Mit den Wanderungen möchten Christine Ruis und Renate Dyck die Region OWL im Zusammenhang mit ihren speziellen kulturellen Ausprägungen erlebbar machen. Das Projekt bezieht deshalb wieder regelmäßig Literaten, Musiker und weitere Künstler ein, die in der Region leben oder gelebt haben.

 Im dritten Jahr dieser Veranstaltungsreihe haben sie ihr Programm nochmals erweitert auf nunmehr 15 Veranstaltungen. Hinzugekommen  sind eine Veranstaltung im Botanischen Garten Bielefeld in Kooperation mit dem Musiker Erhard Lütkebohle, eine Veranstaltung zum Thema „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ sowie drei „märchenhaften Ferien–Veranstaltungen im Sommer für Füße, Augen und Ohren von 6 – 99 Jahren“. Mit dem Programm richten sich die Veranstalterinnen an alle Erwachsene unbegrenzten Alters und Kinder ab 10 Jahren, die Literatur in kleinen Dosen mögen.

 Weiterhin werden alle Veranstaltungen in das Programm einbezogen, die gut nachgefragt wurden, u.a. die Skulpturenwanderung, die Magische Nacht an den Externsteinen und eine „mörderische“ Tour in Kooperation mit Krimiautoren des Pendragon – Verlags. Die Zusammenarbeit mit Sigrid Lichtenberger und Karla Keitel besteht ebenfalls weiter.         

Die Durchführung der Veranstaltungen steht wieder unter Vorbehalt in Bezug auf Örtlichkeit und Termine, um auf unvorhersehbare Bedingungen wie Waldarbeiten, Unwetter, etc. reagieren zu können. Bei heiklen Witterungsverhältnissen findet das entsprechende Programm bis auf wenige Ausnahmen in geeigneten Räumen an der vorgesehenen Wanderstrecke statt; einmal gibt es einen Ersatztermin.

Hier finden Sie alle Termine:

flyer_literaturwanderungen 2013 – Innen-1

flyer_literaturwanderungen 2013_außen-1

WEGE ERLEBEN
Renate Dyck
Fröbelstrasse 8
33604 Bielefeld
Tel.: 05 21 / 522 99 08
E-Mail: dyck(at)wege-erleben.de

Telekom entdeckt „Deutsches Stonehenge“

Irrreführend: Die Externsteine schufen keine Menschen
Irrreführend: Die Externsteine schufen keine Menschen

Nach längerer Zeit ist die Berichteschnecke der Deutschen Telekom in ihrem Magazin „traxler.de“  entflohen und hat sich unsere Horn-Bad Meinberger Externsteine ausgesucht und sie „Das deutsche Stonehenge“ genannt. Das ist natürlich journalistische Übertreibung. Denn im Gegensatz zu dem Britenbau haben Menschen die Felsklötze nicht erbaut oder dahin geschafft. Aber es ist ganz nett zu lesen und wird die ohnehin beachtenswerte Zahl an Besuchern noch erhöhen. Living in OWL hat ja schon häufig über die Externsteine geschrieben und vor allem Externstein-Fachmann Andreas Hauer dabei vorgestellt:  https://livinginowl.wordpress.com/?s=externsteine

Neue Blicke auf die Externsteine

Der weichende Wald zeigt ganz neue Externsteinblicke

Natürlich ist das seit zehntausenden von Jahren immer so. Aber es erstaunt doch. Der um diese Jahreszeit immer erschütternder schütter werdende dichte Wald rund um das „deutsche Stonehenge“ gibt ganz neue Blicke frei.  Was nach wie vor hunderttausende Besucher nach Horn-Bad Meinberg zieht. Sind die Externsteine doch nicht von Menschenhand entstanden.

Herbstnachmittag an den Externsteinen

Herbstlicher Nachmittag an den Externsteinen

Das Gegenlicht an diesem herbstlichen Nachmittag hat schon etwas Unwirkliches an den Externsteinen. Die Farben leuchten in Tönen, wie sie schöner im Indian Summer von Neu-England auch nicht sind. Vor allem nicht vor der Haustür.

Per App die Externsteine erforschen

Uraltes Steingebirge im Herzen des Lipperlandes: Externsteine

Die Externsteine bei Horn-Bad Meinberg haben die Menschen seit altersher fasziniert. Wer ganz „neumodisch“ per iPhone und App die alte Kultstätte und die Natur erkunden will, lädt sich im App-Store die von der World Habitat Society entwickelte Externsteine-App herunter. Aber unbedingt die Ohrhörer anschließen, damit für die Klettertour auf über 30 Meter Höhe die Hände frei bleiben.

Diesen See gibt es erst seit 1835 vor den Externsteinen

Erst 1835 künstlich angelegt

Man glaubt es kaum. Aber der See vor den Millionen Jahre alten Externsteinen bei Horn-Bad Meinberg wurde erst 1835 künstlich angelegt. Eine frühe Idee von Graf Hermann Adolf zur Lippe, der 1659 den Auftrag gab, die Felsengruppe zu einem Festungsartigen Lust- und Jagdhaus zu verwandeln? 1810 ließ Fürstin Pauline diese Bauten teilweise in den Ursprungszustand zurückversetzen und auch die noch heute existierenden eisernen Stufen und Geländer anbringen. So hat die an die Hundertausende zählende Besuchermasse jährlich eisernen Halt beim Besteigen  der 13 bis zu 38 Meter aufragenden Felsen.

Walpurgisnacht

Sie waren immer von Geheimnissen umwoben: die Externsteine bei Horn-Bad Meinberg

Heute Abend umtanzen Tausende Hexen, Zauberer und Esoterik-Anhänger an den Externsteinen die geheimnisvollsten Felsen, die Ostwestfalen-Lippe zu bieten hat. Es ist Walpurgisnacht. An diesen Tag denken wird sicher auch der pensionierte evangelische Pfarrer und Lehrer Hartmut Hegeler aus Unna. Der in Bielefeld aufgewachsene 65 jährige beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema „Hexen und Hexeprozesse“ und hat auch in OWL viele Nachforschungen angestellt. Schließlich gibt es z.B. in Lemgo mit dem „Hexenbürgermeisterhaus“  und anderen Orten der Region viele Zeugnisse aus der schrecklichen Zeit der Hexenprozesse.

Wildkräutertag an den Externsteinen mit Andreas Hauer

Auf einer 3-4 stündigen Wildkräuterexkursion rund um die Externsteine zeigt Ihnen Andreas Hauer viel Wissenswertes und Mystisches über unsere Heilpflanzen. Beim Baldrian angefangen, über die vielen essbaren Baumblätter, hin zu Engelwurz und Waldmeister bietet uns die Natur besonders im Frühjahr eine große Auswahl an schmackhaftem und heilsamem Grün.

Im Anschluss an die Wanderung kocht Andreas Hauer für die Teilnehmer ein leckeres Menü mit den gemeinsam gesammelten Pflanzen. Vor dem „Gemütlichen Abschluß“ haben Sie die Möglichkeit, sich die Rezepte zu notieren und ihr Pflanzenwissen noch weiter zu vertiefen.

Immer ein Erlebnis: Kräutertag mit Andreas Hauer

Termine: 28. April und/oder 12. Mai, jeweils von 14.00 bis ca. 20.00 Uhr
49 € pro Person, inklusive Exkursion, Essen und Getränke.
Die Anmeldung erfolgt per E-Mail oder persönlich und wird mit Überweisung des Betrages von 49 € verbindlich.
Die Veranstaltung findet mit mindestens 3, maximal 12 Personen statt.

Da das Ganze draußen stattfindet, sollten entsprechende Kleidung und Schuhe angezogen werden. Bei leichtem Regen ist während des Essens für ein Dach über´m Kopf gesorgt.

Treffpunkt ist der Parkplatz Externsteine/Felsenwirt, Externsteinerstraße in 32805 Horn-Bad Meinberg. Das bunte Wohnmobil von Andreas Hauer steht vermutlich kurz hinter der Schranke.

Andreas Hauer
Telefon: 0160-2255236
E-Mail: a.hauer@naturparkfuehrer.org,
Homepage: www.andreas-hauer.de
Bankverbindung: Bielefelder Volksbank, BLZ 480 600 36, Konto 140 68 701

Gestatten, Bismarck!

Boxer Bismarck aus Leopoldstal

Silvia Pollmanns Boxerrüde Bismarck vom „Leopoldstaler Hof“ bei Horn-Bad Meinberg  guckt zwar skeptisch, ist aber umgänglich und nett. Kennengelernt haben wir ihn bei einem fulminanten Schnitzelessen mit Blick auf dieses alte Wappen des Ortsteils Leopoldstal. Unweit des Velmerstot und den Externsteinen. Dazu aber Morgen mehr und ausführlich.

Das Wappen von Leopoldstal in den Fenstern von Silvia Pollmanns "Leopoldstaler Hof"

Wege erleben 2012

Ostwestfalens Schönheiten mit allen Sinnen wahrnehmen bei Tag und erst recht bei Nacht. Das bietet Renate Dyck auch 2012 mit ihren Wanderungen „Wege erleben“ an.

Wanderungen bei Vollmond, literarische Spaziergänge an den Externsteinen, Beobachtung der Glühwürmchen, aber auch Themenwanderungen am Tag unter dem Motto „Suchet und findet der Region Schönstes“ und vieles mehr gilt es zu erleben. Es lohnt sich!

Hier das Programm 1 – 2012

WEGE ERLEBEN
Renate Dyck
Fröbelstrasse 8
33604 Bielefeld
Tel.: 05 21 / 522 99 08
E-Mail: dyck(at)wege-erleben.de

Der WDR war auch schon daaaaaa

Wir berichteten ja schon häufig über den Kräuterexperten, Externsteinführer und Freigeist Andreas Hauer. Gestern nun ist auch der WDR auf ihn aufmerksam geworden und besuchte ihn (uns) beim Feuerabend, der jeden Mittwoch bei ihm stattfindet. Wir freuen uns schon auf die Ausstrahlung des Porträts im nächsten Sommer und werden rechtzeitig darauf hinweisen.

Der WDR beim Feuerabend

Wege erleben – Nachtwanderung unter den Perseiden

„Wir wandern in dieser Nacht zur Zeit der Sternschnuppen ‚Perseiden‘ in das Reich der Geheimnisse mit märchenhaften Erzählungen von Karla Keitel und anderen Autorinnen und Autoren“, so die Ankündigung auf dem Flyer von Renate Dyck, der Initiatorin von „Wege erleben„.

Da wir uns im August befinden, erscheint sofort die Vorstellung einer lauen Sommernacht unter unzähligen Sternschnuppen vor dem inneren Auge. Alles untermalt von poetischen Texten und sanfter Musik.

Der Morgen des 13. August, dem Tag der Veranstaltung, lässt schon ahnen, dass es mit der lauen Sommernacht und den vielen Sternschnuppen schwierig werden könnte. Es ist regnerisch und der Himmel bedeckt.

Wir treffen uns auf dem Wanderparkplatz des Hotels am Bärenstein in Holzhausen-Externsteine. Gut 30 Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben sich zu dieser literarischen Nachtwanderung eingefunden.

Noch in der letzten Dämmerung erwartet uns an der ersten Weggabelung sanfte Musik. Eine weibliche Gestalt lehnt an einem Baum, rezitiert ein Gedicht und spielt dabei Xylophon. Es ist Christine Ruis, an deren ausgebildeter Stimme sich sofort die Schauspielerin erkennen lässt. An diesem Abend ist sie Mitveranstalterin der literarischen Wanderung.

Ein traumtrunkener Mond
wiegt einen mondtrunkenen Träumer,
der sich fragt :
Bin ich ein traumtrunkener Mond,
der sich in süßduftenden Frühen wiegt ?
Bin ich ein traumtrunkener Mond,
der sich in den Augen
eines mondtrunkenen Träumers spiegelt ?

Ein mondtrunkener Träumer
wiegt einen traumtrunkenen Mond,
der sich fragt
Bin ich ein mondtrunkener Träumer,
der sich in süßduftenden Frühen wiegt ?
Bin ich ein mondtrunkener Träumer,
der sich in den Augen
eines traumtrunkenen Mondes spiegelt ?
(Max Ernst/Hans Arp)

Christine Ruis

Auf dem weiteren Weg in Richtung Externsteine fanden sich liebevoll vorbereitete Überraschungen am Wegesrand. Poetische Texte, Sinnsprüche und beleuchtete Objekte, die zum Lesen und Verweilen einluden.

Fundstücke am Wegesrand
Zeit zum Lesen

Wie aus dem Nichts tauchten die Externsteine in der Dunkelheit auf. Da es eine Vollmondnacht war, wurden an vielen Stellen Rituale gefeiert. Trommelklänge waren zu hören, Fackeln erhellten die Dunkelheit und Menschen waren schemenhaft zu erkennen.

Externsteine bei Nacht

Untermalt wurde die weitere Wanderung an vielen Stellen des Weges von einem wunderschönen gregorianischen Gesang, der aus dem Unterholz zu kommen schien. Zu sehen war allerdings nichts, was dem Ganzen eine besondere Mystik verlieh.

Und immer wieder erfreute uns Christine Ruis mit ihren literarischen Vorträgen.

Singet leise, leise, leise…

Singet leise, leise, leise,
Singt ein flüsternd Wiegenlied,
Von dem Monde lernt die Weise,
Der so still am Himmel zieht.

Denn es schlummern in dem Rheine
Jetzt die lieben Kindlein klein,
Ameleya wacht alleine
Weinend in dem Mondenschein.

Singt ein Lied so süß gelinde,
Wie die Quellen auf den Kieseln,
Wie die Bienen um die Linde
Summen, murmeln, flüstern, rieseln.

Clemens Brentano

Besonders fesselnd war ihr lebendiger Vortrag aus dem Buch „Mond und Morgenstern“ (Wolfgang Frommelt), einer Schöpfungsgeschichte aus Afrika, die Zeit und Raum vergessen ließ.

War der Himmel bedeckt? Waren weder Vollmond noch Perseiden zu sehen? Ja, fing es zum Ende der Wanderung sogar kräftig an zu regnen? Egal! Diese Wanderung war vom Anfang bis zum Schluss ein Erlebnis.

WEGE ERLEBEN
Renate Dyck
Fröbelstrasse 8
33604 Bielefeld
Tel.: 05 21 / 522 99 08
E-Mail: dyck(at)wege-erleben.de

Kraftort Externsteine, Teil 2

Bei den Externsteinen gibt es so viel zu entdecken, dass ein einziger Besuch dort längst nicht ausreicht. So machten wir uns zusammen mit Andreas Hauer, der uns auch beim ersten Mal begleitet hatte, wieder auf den Weg, dieses Mal mit den richtigen Schuhen.

Besonders zur Walpurgnisnacht und zur Sommersonnenwende treffen sich im Zuge eines zunehmenden Interesses an Esoterik, mystischer Romantik und altem Brauchtum viele Menschen rund um die Externsteine und unter der großen Kastanie. Aber auch an anderen Tagen trifft man dort ein buntes Völckchen an.

Rund um die Externsteine

Andreas Hauer erzählte uns die folgende überlieferte Geschichte:

Es war zu der Zeit, als es noch Feen gab und Zwerge, als das Wünschen noch geholfen hat und der Stich einer Spindel ein Königreich in einen hundertjährigen Schlaf versetzen konnte. Da fiel Regen auf die junge Erde und nagte an ihrer Oberfläche und riesige Steine schälten sich aus ihr hervor. Der Regen fiel weiter Jahr für Jahr und rann in jede Spalte und wusch die Felsen aus. Und als er versiegte, da waren sie schrundig geworden wie das Gebiss eines uralten Riesen. Es waren 13 an der Zahl, steil und hoch, wiesen sie wie mahnende Finger gen Himmel. Und wieder vergingen viele Jahrtausende und haben viele Figuren und rätselhafte Zeichen in die Wände gemeißelt, wie von unbekannter Hand. Und die Menschen, die sie sahen, spürten, dass dies ein Ort der Anbetung ist, ein Ort, an dem sich Himmel und Erde berühren.

"Gebiss des uralten Riesen"

Die erste Figur, die wir an diesem Morgen in dem Felsen entdecken, wird „Der Hängende“ genannt. Die Christen glauben, dass es sich hier um eine Darstellung von Jesus am Kreuz handelt.

"Der Hängende"

Auf dem Foto sieht man ein Loch in der Lebergegend, während Jesus einen Lanzenstich im Herz hatte. Somit wird angenommen, dass es sich bei dem Hängenden um Loki handelt. Loki ist ein Gott aus der nordischen Mythologie und hat mit einem Mistelpfeil den Sonnengott Baldur getötet. Zur Strafe wurde er an einen Felsen gekettet, das Gift einer Natter wurde in sein Gesicht geträufelt und Raben pickten seine Leber aus.

Eine bemerkenswerte Sehenswürdigkeit ist auch das Kreuzabnahmerelief, das sich am Fuße des rechten Felsens befindet. Es ist von besonderer Bedeutung, weil es sich bei diesem um 1130 entstandenen Relief um die älteste deutsche in einen Felsen gehauene Großplastik handelt. Allerdings wird vermutet, dass Teile davon bereits aus vorchristlicher Zeit stammen, die von christlichen Künstlern später überarbeitet wurden.

Kreuzabnahmerelief an den Externsteinen

Das Relief zeigt die Kreuzabnahme Jesu und rechts unten soll es sich angeblich um eine gebeugte Irminsul (Himmelssäule, Weltenesche) handeln. Die Irminsul war Heiligtum der heidnischen germanischen Alt-Sachsen, die von Kaiser Karl dem Großen im Zuge der Christianisierung zerstört wurde.

Der untere Teil des Reliefs ist ersichtlich älter als der obere Teil und soll Adam und Eva darstellen, wobei auch hier die Meinungen auseinandergehen, ob nicht doch vielleicht ein vorchristlicher Künstler am Werk gewesen ist.

Auf dem Felsen Nr. IV befindet sich der sagenumwobene Wackelstein, der allerdings im 19. Jahrhundert befestigt wurde.

Wackelstein

Abseits von Mystik und Metaphysischem gibt es am Fuß der Externsteine das Café-Restaurant Felsenwirt, wo wir uns ganz weltlich mit Apfelkuchen mit Sahne und Cappuccino stärkten.

Romantisches Silberbachtal

In der Nähe der Externsteine am Fuße des Velmerstot in Horn-Bad Meinberg befindet sich das Silberbachtal und das Waldhotel Silbermühle. Entlang des Silberbaches bieten sich romantische Wanderwege unter alten Bäumen, immer begleitet vom beruhigenden Plätschern des Baches.

Am Ufer des Silberbachs
Am Ufer des Silberbachs

Seinen Namen hat der Bach seit dem Jahr 1710, wo im Silberbachtal tatsächlich nach Silber gesucht wurde.

Die Silbermühle wird seit 1895 bewirtschaftet und ist seitdem als Ausflugslokal weithin bekannt. Etwas später kam der Hotelbetrieb hinzu und bietet heute mit komfortablen Zimmern und abwechslungsreicher Speisekarte Ausflüglern, Wanderern und Familien ein ideales Ambiente.

Waldhotel Silbermühle

Auf der „Seeterrasse“ hat man einen wunderschönen Blick auf den Teich und in die romantische Natur ringsrum.

Blick von der Seeterasse
Blick von der Seeterasse


Auch das alte Mühlrad kann noch besichtigt werden.

Es klappert die Mühle am rauschenden Bach
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach

Kontakt:
32805 Horn-Bad Meinberg
Neuer Teich 57
Telefon: 05234-2222
http://www.silbermuehle.de

(Un-)Kräuter – nicht ärgern, sondern essen!

Kletten, Brennesseln, Löwenzahn, Giersch – Hobbygärtner sind meist nicht gerade begeistert, diese Gewächse in ihrem sorgsam gepflegten Garten zu haben und merzen diese „Unkräuter“ zumeist mit Stumpf und Stiel aus. Sie wissen eben nicht um die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten, sei es in Kochrezepten oder als Heilpflanzen.

Andreas Hauer, von dem in diesem Magazin schon des Öfteren die Rede war, bietet am Fuße der Externsteine Kräuterwanderungen für Gruppen und Einzelpersonen an und ziemlich sicher werden die Teilnehmer nach einer solchen Wanderung die gemeine Brennessel in Zukunft mit anderen Augen sehen.

Gerade die Brennessel gilt als die Königin der Heilpflanzen. Sie ist eine Pflanze mit Feuerkraft und reich an Eisen und Chlorophyll. Das Eisen ist gut sichtbar im rötlichen Stängel und im zeitigen Frühjahr auch auf der Blattunterseite. Und das enthaltene Chlorophyll ist bis auf ein Atom identisch mit unseren roten Blutkörperchen. Das und das enthaltene Eisen macht die Brennessel so wunderbar blutreinigend und blutbildend. Als Tee genossen wirkt sie gegen Rheuma, Gicht, Ödeme, Nieren- und Blasenkrankheiten sowie Prostatabeschwerden.

Die Blätter nur als Tee zu trinken, ist eigentlich zu schade. Zum Beispiel unter Spinat gemischt, liefern sie uns das bestverwertbarste Eisen überhaupt.

Brennessel, gut erkennbar auch die Brennesselsamen

Etwas Besonderes sind die Brennesselsamen. Sie enthalten eine Menge gut verwertbarer Vitamine und Mineralstoffe. Man sagt, dass man früher alten Gäulen, eine Woche bevor sie verkauft werden sollten, Brennesselsamen unter das Futter gemischt hat. Sie bekamen wieder ein glänzendes Fell und wurden viel fideler. Was für alte Gäule gut ist, kann für den Menschen nicht schlecht sein. Ein Teelöffel Brennesselsamen, z. B. dem Müsli beigegeben, soll in vielerlei Beziehungen wahre Wunder wirken.

Früher hat man sich mit der Brennessel sogar gekleidet, denn nichts anderes ist der uns bekannte „Nesselstoff“. Er galt als „Leinen des armen Mannes“.

Eine weitere wertvolle Pflanze ist der Spitzwegerich. Kulinarisch verwerten lassen sich die Blätter als Spitzwegerichsoße, -suppe oder -salat. Die Knospen, leicht in Butter angedünstet, entwickeln einen pilzartigen Geschmack.

„Wiesenwundpflaster“ wird der Spitzwegerich wegen seiner antibakteriellen Wirkung außerdem genannt. Zerriebene Pflanzen beruhigen die Haut nach Insektenstichen oder Berührung mit Brennesseln. Kleinere Schnittwunden heilen sehr schnell.

Spitzwegerich

Merkt man bei einer Wanderung, dass sich eine Blase am Fuß zu bilden droht, gibt man einfach einige Blätter Breitwegerich, dem Bruder des Spitzwegerich unter den Strumpf auf die betroffene Stelle. Beim Weitergehen zerreibt sich die Pflanze und hilft sehr oft, das Entstehen einer Blase zu verhindern.

Aus Spitzwegerich lässt sich DER Hustensirup schlechthin zubereiten. Dazu nimmt man flüssigen Akazienhonig und eine größere Menge junger Spitzwegerich-Blätter. Letztere werden in feine Streifen geschnitten und mit dem Honig vermengt. Ein Glas randvoll mit dieser Mischung machen, Deckel drauf und 80 cm tief in der Erde vergraben. Stelle merken und nach drei Monaten wieder ausgraben. Zum Vorschein kommt ein fast schwarzer Sirup, der die Inhaltsstoffe des Spitzwegerich enthält, dies sind vor allem Gerb- und Schleimstoffe. Gerbstoffe nehmen den Bakterien im Hals die Lebensgrundlage und die Schleimstoffe legen sich beruhigend auf die gereizte Stelle. Der Sirup hält sich ca. 2 – 3 Jahre, wenn er lichtgeschützt und nicht zu warm gelagert wird.

Kommen wir zur Gundelrebe, oder auch Gundermann genannt. Gundermann wird die Pflanze genannt, weil sie eine so wirkungsvolle Heilpflanze ist, dass sie als Persönlichkeit angesprochen wird.

Gundelrebe, auch "Gundermann" genannt

Die Gundelrebe ist eine Minzeart mit viel ätherischem Öl. Sie blüht recht früh im Jahr. Gund ist das alte Wort für Eiter. Die Gundelrebe wirkt also gegen Entzündungen, besonders wenn sie mit Eiter in Verbindung stehen. Wenn man die Blätter hackt und eine Weile in die Sonne stellt, setzt sich das ätherische Öl ab. Dieses wird auf Entzündungen oder offene Stellen gegeben. In früheren Zeiten wurden auch Kühe mit einer Entzündung des Euters mit Gundelrebe behandelt, sowohl innerlich, indem man die Pflanze ins Futter mischte, als auch äußerlich, indem man das Euter mit dem ätherischen Öl einrieb.

Tee aus Gundelrebe ist sehr hilfreich zum Ausleiten von Schwermetallen. Daher tranken früher die Maler diesen Tee, da die Farben sehr bleihaltig waren und die Maler oft am Pinsel lecken mussten, um feine Striche hinzubekommen.

Die Gundelrebe ist wichtiger Bestandteil der Grünen-Neune-Suppe, der rituellen Frühjahrssuppe. Diese Suppe mit neunerlei Grünpflanzen soll den Menschen helfen, das ganze Jahr gesund zu bleiben.

In der Küche wird die Gundelrebe eher als Gewürz denn als Gemüse verwendet, da der Geschmack stark minzeartig ist. Ein Tipp fürs Dessert: Zartbitter-Kuvertüre schmelzen und Gundelrebenblätter darin eintauchen. Schmeckt wie After Eight von der Wiese.

Das war jetzt eine Übersicht über drei der am häufigsten vorkommenden Wildkräuter. Wer mehr erfahren möchte und an einer Kräuterwanderung interessiert ist, kann direkt Kontakt mit Andreas Hauer aufnehmen und einen Termin vereinbaren. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Kontakt:
Andreas Hauer
Telefon: 0160-2255236

Andreas Hauer – er ist jedem Kraut gewachsen

Er ist schon eine auffällige Erscheinung, wenn man ihm an den Externsteinen über den Weg läuft. Fast wie ein Wikinger sieht er aus mit seinen langen blonden Haaren, der Lederhose, dem geschmückten Wanderstab.

Den gebürtigen Bonner hat es nach seiner Zeit als Koch in der Spitzengastronomie in die Natur gezogen. Seine ganz besondere Verbindung zu den Externsteinen hat ihn dazu bewogen, in den Sommermonaten fast ausschließlich dort in seinem Wohnmobil zu leben. Seine Leidenschaft sind die Kräuter, die er alle beim Namen kennt und genau über die Anwendungsmöglichkeiten und Heilwirkungen Auskunft geben kann. Entsprechend interessant sind seine Kräuterwanderungen mit anschließender Verkostung, die er am Fuße der Externsteine anbietet. Nach so einer Kräuterwanderung sehen seine Gäste die gemeine Brennessel, über die sie sich im heimischen Garten ärgern, mit ganz anderen Augen.

Mit viel Wissen über unseren germanischen Ursprung und einer Fülle von Mythen, Geschichten und Legenden unserer ostwestfälischen Heimat zeigt er Wißbegierigen die verschiedenen mystischen Orte an und in den Externsteinen. Auch bei diesen Exkursionen spüren die Besucher seine Leidenschaft für diesen Ort.

Und wo findet man Andreas Hauer Mittwochs ab 18.00 Uhr?

Im Garten seines „Zweitwohnsitzes“ in Bielefeld-Ummeln. Dort hat er eine Kohte errichtet und bietet Interessierten einen Offenen Abend mit Suppe aus dem Kupferkesssel an.

Auf Tierfellen gemütlich um das Feuer herum sitzend, wird bei einer Schüssel frisch zubereiteter Kräutersuppe über Gott und die Welt erzählt, über Heilpflanzenkunde oder was sonst das Herz bewegt. Ein rundum entspannender Abend, der den Alltag ein wenig in den Hintergrund treten lässt.

Und somit dürfte Andreas Hauer auch als Vorbild für diejenigen dienen, die schon länger davon träumen, Alltagsdruck und Kommerz zu entfliehen und eins mit sich und der Natur zu sein.

Informationen: Andreas Hauer  Eschenstr. 8   33649 Bielefeld-Ummeln Tel.: 0160-22 55 236
e-mail: a.hauer@naturparkfuehrer.org

Kraftort Externsteine, Teil 1

Die Externsteine, gelegen im Teutoburger Wald, Nähe Horn-Bad Meinberg, gelten als einer der stärksten Kraftorte Deutschlands, ja sogar Europas. Viele Menschen, die einen Rückzugsort suchen, finden hier Ruhe, um zu sich zu kommen und zu meditieren.

Ich wollte selbst einmal die Energie dieses Ortes spüren und bat meine Freundin Hedwig, die sich seit vielen Jahren mit den Externsteinen beschäftigt und oft dort wandert, mich mitzunehmen und mir alles zu zeigen und zu erklären.

Nach einer Fahrt durch die wunderschöne Senne erreichten wir schließlich den großen Parkplatz bei den Externsteinen und unser Blick fiel gleich auf einen abenteuerlich bemalten Wohnwagen.

Andreas Hauer gehört er. Seines Zeichens Naturkoch und Heilpflanzenkundler, der in den Sommermonaten viel Zeit an den Externsteinen verbringt, dort unter anderem Wandertouren anbietet oder Interessierten die Kräuterküche nahebringt. Wir kamen hinzu, als er gerade dabei war, einen Fichtentriebsirup anzusetzen. Ist er fertig, läßt sich daraus Limonade zubereiten oder man kann ihn in Sekt genießen.


Der sympathische ehemalige Sternekoch erzählte uns viele Geschichten und Anekdoten rund um die Externsteine, zum Beispiel, wie der Name Ostwestfalen (der ja eigentlich ein Widerspruch in sich sei) entstanden sein soll. Dieser Legende nach stand vor unendlich langer Zeit auf einem der beiden großen Steine (siehe Bild unten) ein Pfahl oder Weltenbaum oder auch Irminsul genannt. Östlich davon (Lippe) war Ostpfahlen und westlich davon (die Senne) eben Westpfahlen.

Er wusste herrliche Geschichten über alte Kulturen und vorchristliche Gottheiten zu erzählen und ließ uns zwischendurch von jungen Fichtentrieben naschen, die übrigens sehr angenehm säuerlich schmecken.

Nach diesem interessanten Beginn unserer Tour wanderten wir um die Externsteine herum. Ihr Anblick ist monumental und die starke Energie förmlich spürbar. In den Felsformationen sind Figuren und Gesichter zu erkennen, die im nächsten Moment wieder zu verschwinden scheinen.

Hedwig erzählte von einer Art „Gebärstuhl“, der in einem Felsen eingelassen sei. In diesen „Stuhl“ begaben und begeben sich noch heute Frauen, die Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden. Diesen Gebärstuhl wollte ich nun unbedingt sehen. Auf dem Weg dorthin stellte ich fest, dass ich die falschen Schuhe anhatte, denn es ging recht steil den Hang hinauf.

An dem Felsen angekommen, trafen wir auf Mutter und Tochter aus Thüringen, die bereits seit mehreren Tagen die Externsteine erkundeten.

                In den Fels eingelassener „Gebärstuhl“

Sie klärten uns auf, dass es sich bei der Mulde nicht nur um einen Gebärstuhl handele, sondern um eine „Wanne der Visionen“. Wer sich hineinsetze, sei frei von Zeit und Raum und habe Eingebungen bzw. erlebe Rückführungen in frühere Leben. Da die „Wanne der Visionen“ mit unpassendem Schuhwerk sehr schwer zu erreichen ist, sah ich für dieses Mal von einer Probesitzung ab, werde es aber demnächst probieren.

Die beiden Frauen aus Thüringen zeigten uns dann auf einem weiteren Felsen das „neunspeichige Rad“, welches nur erkennbar wird, wenn man ein wenig Wasser auf den Felsen gibt.

Menschen, die in der Nähe dieses Rades meditierten, seien „reiner Kanal zwischen Himmel und Erde“. Es sei ein starker Kraftplatz und Visionstore würden sich öffnen.

Beeindruckt von diesem Gespräch machten wir uns auf den Rückweg und beschlossen, hier bald wieder zu wandern, um all die anderen magischen Plätze zu erkunden. Also Fortsetzung folgt…..