Mit dem Rad durch Afrika

Christian Wiedemann, Millie und Daniel Kassner (v. l.)

Ihn wirft so schnell nichts aus dem Sattel. Der Gütersloher Postbote Daniel Kassner hatte die verrückte Idee, mit dem Fahrrad einmal längs durch Afrika zu fahren. Und hat es tatsächlich gemacht. Er nahm ein Sabbatjahr und packte sein Fahrrad namens Millie. Im Mai 2016 ging es los.

Es war in Nairobi, als ein Vorderrad schlapp machte, und niemand in der Lage war, es zu reparieren. Wie schön, wenn man gute Freunde hat, und wenn diese Freunde auch noch ein Fahrradgeschäft sein Eigen nennt. Dieser Freund war (und ist) Christian Wiedemann, Inhaber von Fahrrad Peitz in Gütersloh. Er brachte sofort per Kurier eine Vorderradnabe auf den Weg, so dass Daniel Kassner nach einer kurzen Wartezeit, in der er und Millie sich ein wenig erholen konnten, seinen Weg fortsetzen konnte.

Seit einigen Wochen ist er nun wieder Out of Africa und in der Heimat angekommen. Die Geschichte seiner spektakulären Reise erzählt er auf seiner Webseite Pedalumdrehungen.

Und wenn Sie mal mit Ihrem Fahrrad in Not sind, wenden Sie sich vertrauensvoll an:

Fahrrad Peitz
Inh. Christian Wiedemann

Brockhäger Straße 5
33330 Gütersloh
Telefon: 05241-37467
E-Mail:fahrrad-peitz@web.de
Webseite: http://www.fahrrad-peitz.de

Öffnungszeiten:
Mo, Di, Do, Fr 9–13 Uhr und 15–18.30 Uhr
Mi geschlossen
Sa 10–14 Uhr

Bielefelder Ansichten: Welthaus

Bielefeld. Welthaus in der August-Bebel-Straße

Es gibt in diesen Sommermonaten schon ein paar Touristen, die sich die Stadt am Teutoburger Wald fußläufig erschließen wollen.  So mancher, der an diesem Ensemble in der August-Bebel-Straße vorbeikommt, fragt sich, was unter „Welthaus“ zu verstehen ist. Die Homepage liefert erste Aufklärung:

Das Welthaus Bielefeld ist ein entwicklungspolitischer Verein, in dem sich ehrenamtliches und hauptamtliches Engagement für globale soziale Gerechtigkeit und eine zukunftsfähige Entwicklung verbinden. In unseren Mitgliedsgruppen leisten viele Menschen ehrenamtlich Öffentlichkeitsarbeit zu entwicklungspolitischen Themen oder zu Ländern Afrikas und Lateinamerikas, unterstützen Partnerprojekte, singen im “Woza-Chor” oder engagieren sich im fairen Handel.

Alle Informationen gibt es hier: http://www.welthaus.de/

Bielefeld, Woermann und die Kolonialzeit

Der Woermannsche Hof am Bielefelder Klosterplatz

An einen der berühmtesten Deutschen zur Kolonialzeit erinnert heute immer noch der Woermannsche Hof am Bielefelder Klosterplatz. Übrigens auch Bielefelds erstes Bankhaus, betrieben von einem gewissen Hugo von Hartmann (1848 – 1875). Aber wir wollten ja von Carl Woermann, 1813 geborener Sohn des Leinenfabrikanten Woermann erzählen. Nun hatte Bielefeld damals  wie heute keinen Zugang zum Meer und der Seefahrt. Geschweige denn Afrika. Wie also kam die Kolonialzeit in die Stadt am Teutoburger Wald?

1837 gründete also Bielefelds Carl in Hamburg ein Handelsunternehmen, das Leinen und Töpferwaren nach Südamerika und Westindindien verschiffte und Zucker sowie Kaffee importierte. „Eleonore“ hieß die Zweimastbrigg nach seiner Frau und Carl Woermann wurde zum hanseatischen Reeder. Ganz Kaufmann entdeckte er, welche Chancen der afrikanische Kontinent bot. 1849 liess er seinen Kutter „Constanze“ die westafrikanische Küste anlaufen und nahmen den Handel mit Liberia. Eine Handelsniederlassung in Afrika folgte und die Firma „C, Woermann“ baute das Geschäft aus. Der Bielefelder handelte mit Waffen, Kautschuk, Palmöl (Grundstoff für Margarine) und Branntwein sowie Kokos und Bananen. Als Carl 1880 starb, besaß die Firma zwölf große Segelschiffe und bekam 1878 das erste Dampfschiff. Der Zweitälteste  Sohn Adolph übernahm die Firma und gründete 18885 die „Afrikanische Dampfschiffahrts-Actiengesellschaft. Woermann-Linie“. Maß- geblich war er auch am Aufbau deutscher Kolonien in Afrika begleitet.

Nicht nur in Hamburg gibt es also Menschen und Relikte der Kolonialzeit. Seit 1894 ist im Woermannschen Hof am Klosterplatz die „Klosterschule“ untergebracht. Und Seefahrt hat hier auch wieder einen Anker: die Oetker-Reederei „Hamburg Süd“ spielt in der ersten Reihe der Schiffsorchester.

Zusatzkonzert zum 15. Jubiläum von Chor à la carte Hövelhof

Konzert in der Kulturwerkstatt Paderborn

15 Jahre besteht der Hövelhofer „Chor à la carte“ in diesem Jahr. Die beiden Jubiläumskonzerte im Pfarrheim in Hövelhof waren jeweils – trotz „European Songcontest“-Konkurrenz aus Düsseldorf – ausverkauft. Grund genug, kurzerhand in der Kulturwerkstatt Paderborn ein drittes Jubiläumskonzert zu organisieren. Hier an der Bahnhofstraße 64, wo die Paderborner sich in vielerlei Gruppierungen Themen wie „Gesellschaft und Umwelt“, „Tanz, Malerei und Fotografie“, „Musik“, „Kabarett, Theater und Kleinkunst“ widmen, wurde auch das dritte Konzert des gemischten Chors zu einem vollen Erfolg.

Chor á la Carte

Unter der Leitung von Volker Kukulenz zeigte man die ganze Bandbreite und die stimmlichen Möglichkeiten. Ob afrikanische Musik, die berühmte „Bohemian Rhapsody“ der ehemaligen Kultband „Queen“ oder „Somebody to love“ – in 15 Jahren seines Bestehens ist der „Chor á la Carte“ zu einem herausragenden Element der  Musikszene über Hövelhof und den Kreis Paderborn hinaus geworden.

Eckart Enkemann – Afrika liegt ihm am Herzen

„Unruhestand“ ist ein geflügeltes Wort, aber auf kaum jemanden mag dieser Begriff so sehr zutreffen wie auf Eckart Enkemann.

Bis in die 1990er Jahre als Textiltechniker für die ehemalige Firma Florex in Steinhagen tätig, führte ihn sein Beruf des öfteren nach Nairobi, Kenia. Er schaute genau hin und sah die dramatische Situation in den Slums. Der Same für seine heutige tatkräftige Hilfe wurde gesät.

Seit 2005 ist Eckart Enkemann Mitglied im Bürgerkomitee für Entwicklungs-zusammenarbeit Steinhagen. Unermüdlich knüpft er von dort aus persönliche Kontakte zu Spendern und Förderern.

Eckart Enkemann: „Die Spendengelder kommen den Projekten ohne Verluste zu Gute. Wir legen großen Wert auf persönlichen Kontakte mit den Projektleitern vor Ort. Erst in diesem Jahr (2009) konnte ich diese zusammen mit meiner Enkeltochter vertiefen. Natürlich bezahlen wir die Reisen und Aufenthalte aus eigener Tasche. Wenn wir die Fördergelder nicht persönlich überbringen können, beauftragen wir andere Personen unseres Vertrauens damit.“

Diese Projekte sind Enkemann besonders wichtig:

Das Kibagare Good News Centre versorgt ca. 950 Kinder mit Essen und Kleidung, mit Schutz, medizinischer Versorgung und mit einer umfassenden schulischen Ausbildung und Erziehung.

Mother of Merci (MMC) bietet Straßenkinder aus den Slums Sicherheit und eine Grundversorgung an drei Standorten, damit auch sie im späteren Leben bestehen können.

Die St. Joan Ark Pre- and Primary School, ist eine dreiklassige Zwergschule mit zur Zeit 30 Kindern, ebenfalls in einem Slum Gebiet Nairobis.

Eckart Enkemann mit "seinen" Kindern

Am Herzen liegen ihm auch Kinder, die der Unterstützung durch Patenschaften bedürfen:

Schon 25 Euro monatlich sorgen für Ernährung, Ausbildung und Zukunft eines solchen Kindes. Im Gegensatz zu den großen Organisationen, die einen erheblichen Verwaltungsaufwand betreiben, kommen diese 25 Euro eins zu eins beim Kind an. Sollten Sie Interesse an einer Patenschaft haben, wenden Sie sich bitte direkt an Eckart Enkemann.

Aber nicht nur Afrika liegt ihm am Herzen, sondern auch seine ostwestfälische Heimat. Amshausen ist sein Zuhause und dort ist er engagiert im Heimatverein, wo er lange Jahre als Vorsitzender fungierte. Seitdem hat der Verein seine Mitgliederzahl verdreifacht. Sie ist von rund 100 auf 300 Mitglieder gestiegen. Der Heimatverein Amshausen spielt heute eine wichtige Rolle im kulturellen Leben der Gemeinde Steinhagen.

Eine weitere Leidenschaft von Eckart Enkemann ist das Singen im Chor. Seit 1965 ist er Mitglied im Männerchor Amshausen.

Für seinen unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz in Entwicklungshilfe und Heimatpflege wurde Eckart Enkemann im März 2010 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Landrat Sven-Georg Adenauer hielt die Laudatio, die das Leben und Werk Eckart Enkemanns angemessen wiedergibt.

Kontakt:
Eckart Enkemann  Tel. 05204/2194  Mail: E.Enkemann@t-online.de