Et labora Tag im Kloster Dalheim

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) informiert:

Seit jeher auch ein Ort des Handwerks: das Kloster Dalheim.  Foto: Lechtape, Münster
Seit jeher auch ein Ort des Handwerks: das Kloster Dalheim.
Foto: Lechtape, Münster

Historisches Handwerk im Kloster. Beim Et labora-Tag präsentieren sich in Dalheim Schmiede, Brauerei und Co.

Lichtenau-Dalheim (lwl). Es fliegen die Funken, der Backofen glüht, und das Spinnrad dreht sich: Am Sonntag, 19. April, von 11 bis 17 Uhr, lädt das LWL-Landesmuseum für Klosterkultur zum besonderen Familien-Rundgang „Et Labora!“ über das weitläufige Gelände des ehemaligen Klosters Dalheim in Lichtenau (Kreis Paderborn) ein. Von der Bäckerei bis zur Weberei machen hier erstmals neun Gewerke historische Handwerkskunst erlebbar.

Bäckerei, Brauerei, Brennerei, Imkerei, Gärtnerei, Schäferei, Schmiede, Stellmacherei und Weberei sind in Betrieb. Und während Besucher den Handwerkern bei ihrer Arbeit an den historischen Standorten über die Schulter schauen, backen Kinder Brezeln, filzen Bälle, schmieden Kerzenhalter oder bauen Holzschiffchen.

Historisches Handwerk am authentischen Standort
Seit der Gründung des Augustiner-Chorherrenstifts Dalheim im 15. Jahrhundert gehören Handwerksbetriebe fest zum Leben hinter der Klostermauer. „Sie sicherten den in Abgeschiedenheit lebenden Ordensleuten ihre Unabhängigkeit von der Außenwelt“, erläuterte Museumsdirektor Dr. Ingo Grabowsky.

Im Braukeller: Seit 2007 wird im restaurierten Gewölbekeller an historischer Stätte, dort, wo auch schon die Augustiner Chorherren ihr Bier brauten, wieder Bier im Kloster gebraut - hier: Brauer Tobias Mergenthal von der Gräflich zu Stolberg‘schen Brauerei Westheim.  Foto: LWL/Sagurna
Im Braukeller: Seit 2007 wird im restaurierten Gewölbekeller an historischer Stätte, dort, wo auch schon die Augustiner Chorherren ihr Bier brauten, wieder Bier im Kloster gebraut – hier: Brauer Tobias Mergenthal von der Gräflich zu Stolberg‘schen Brauerei Westheim.
Foto: LWL/Sagurna

Seit der Einrichtung der Stiftung Kloster Dalheim wurden auf dem rund 7,5 Hektar großen Klostergelände immer mehr Gewerke wieder in Betrieb genommen: die historischen Werkstätten von Schmiede und Stellmacherei sowie der große Steinbackofen im Museumsfoyer. Es entstanden eine neue Klosterbrauerei und eine Klosterbrennerei. Rund 2,5 Hektar Gartenfläche wurden nach barockem Vorbild neu gestaltet. Im ehemaligen „Sassenhaus“ zogen große Schaftwebstühle und Spinnräder ein. Seit 2014 gibt es wieder Schafe und Bienen auf dem Klostergelände. Beim Et labora!-Tag präsentieren sich nun alle neun Gewerke zum ersten Mal gemeinsam.

Vielfalt klösterlichen Handwerks
Die Vielfalt der Gewerke beim Dalheimer Et labora!-Tag spiegelt die Vielfalt des klösterlichen Handwerks und seiner Produkte wider. Einst entstanden in der Schmiede Hufeisen, Werkzeuge und Reifen für Wagenräder aus der benachbarten Stellmacherei. Im Dalheimer Gewölbekeller wurde Bier gebraut. Die Weberei lieferte Stoff für die Ordenstrachten oder zum Beispiel Betttücher und Servietten. Allein die Schäferei brachte Wolle und Leder für Kleidung, Pergament für die Buchproduktion, Fett als Salbengrundlage sowie Fleisch und Milch für die Klosterküche hervor. Heute sind es besonders Brauerei, Brennerei, Imkerei und Weberei, die in Dalheim Produkte herstellen. Gewerke wie zum Beispiel die Stellmacherei werden zur Schau betrieben.

Mitmach-Programm für Kinder
Zum Et labora!-Tag gehört ein umfassendes Programm für Kinder. Unterwegs auf dem Klostergelände schließen sie erste Bekanntschaft mit Klosterschafen und -bienen, bauen Holzschiffchen und rollen ihre eigenen Blumen-Saatkugeln. Sie backen Brezeln, schmieden Kerzenhalter, wickeln Bienenwachskerzen, filzen Bälle und „tundeln“ Freundschaftbänder in der Weberei. „Spielerisch setzen sie sich mit den historischen Handwerkstechniken auseinander und erfahren, warum die Gewerke für das Kloster und seine Bewohner einst so bedeutend waren“, stellte die museumspädagogische Referentin Dr. Christiane Wabinski das Programm vor, an dessen Ende eine Auszeichnung als „Klostergeselle“ steht.

Lange Tradition: Seit 2014 gehören auch Schafe wieder zum Dalheimer Klostergelände.  Foto: LWL/Tillmann
Lange Tradition: Seit 2014 gehören auch Schafe wieder zum Dalheimer Klostergelände.
Foto: LWL/Tillmann

Et labora! im Kloster
„Mit dem Et labora!-Tag widmet sich die Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur einer wichtigen Facette der klösterlichen Kultur“, führte Grabowsky zu deren Ursprüngen: Neben dem Gebet ernannte der Heilige Benedikt mit dem berühmten „Ora et labora“ (lat.: Bete und arbeite) bereits vor 1.500 Jahren auch die Arbeit zu einem der Grundpfeiler des Klosterlebens. „Das Kloster Dalheim als historischer Ort ermöglicht es uns, die Vielfältigkeit klösterlichen Lebens anschaulich zu machen“, zeigte sich Grabowsky begeistert von der neuen Veranstaltung, der das gesamte Museumsteam mit Vorfreude entgegenblickt.

Handwerkskunst zum Mitnehmen
Handwerkskunst gibt es am Et labora!-Tag im Kloster Dalheim nicht nur zum Bestaunen, sondern auch zum Probieren und Mitnehmen: frisch gebackenes Brot aus dem historischen Steinbackofen, Spirituosen aus der Brennerei, am Ort gebrautes Bier, Dalheimer Honig und Handarbeiten aus der Weberei oder Samen aus dem Klostergarten.

Rahmenprogramm
Kostenlose öffentliche Führungen gehen von 12 bis 16 Uhr stündlich durch die mittelalterliche Klosteranlage. Um 14.30 Uhr geht es mit einem Förster durch den Dalheimer Wald (Teilnahmegebühr 3 Euro für Erwachsene). Die Abtei Königsmünster (Meschede) sorgt mit Köstlichkeiten aus der Klosterküche für das leibliche Wohl, und die Musik kommt von der Blaskapelle Lichtenau.

Eintritt
Am Et labora!-Tag gilt der normale Museumseintritt: Erwachsene 6 Euro, Gruppen ab 16 Personen je Person 4,80 Euro, Kinder/Jugendliche (6 – 17 Jahre) 2,20 Euro, Ermäßigte 3,50 Euro, Familientageskarte 13,00 Euro. Bei der Teilnahme am Kinderprogramm entstehen Materialkosten in Höhe von 3 Euro pro Kind.

Ein freier Zugang zum Klosterwirtshaus ist am „Et labora!“-Tag leider nicht möglich.

Zitat
„Das Kloster soll, wenn möglich, so angelegt werden, dass sich alles Notwendige, nämlich Wasser, Mühle und Garten, innerhalb des Klosters befindet und die verschiedenen Arten des Handwerks dort ausgeübt werden können. So brauchen die Mönche nicht draußen herumlaufen, denn das ist für sie überhaupt nicht gut.“ (aus der Regel des Hl. Benedikt)

Programmübersicht

11 bis 17 Uhr
Vorführungen in Bäckerei, Brauerei, Brennerei, Imkerei, Gärtnerei, Schäferei, Schmiede, Stellmacherei und Weberei

11 bis 17 Uhr
Mitmach-Aktionen für Kinder
Brezeln backen (Bäckerei), Blumen-Saatkugeln rollen (Gärtnerei), Bienenwachskerzen wickeln (Imkerei), Bälle filzen (Schäferei), Kerzenhalter schmieden (Schmiede), Holzschiffchen bauen (Stellmacherei), Freundschaftsbänder „tundeln“ (Weberei)

12 bis 16 Uhr
Stündlich kostenlose öffentliche Führungen
durch die mittelalterliche Klosteranlage

14.30 Uhr
Försterwanderung
mit einem Förster durch den Dalheimer Wald (Teilnahmegebühr 3 Euro für Erwachsene, bitte an festes Schuhwerk und zweckmäßige Kleidung denken)

http://www.stiftung-kloster-dalheim.lwl.org

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