Ralf Wigand: Ständig erkältet

Wenn Ihr Immunsystem auf Sparflamme läuft

taschentuch Living in OWL

Jedes Jahr im Herbst-Winter rollt eine neue Welle von Schnupfen- und Hustenerregern auf uns zu. Ob eine ständige Infektanfälligkeit zu den Normalitäten der kalten Jahreszeit gehört, beantwortet der Bielefelder Heilpraktiker Ralf Wigand im nachfolgenden Interview.

Living in OWL: Woran liegt es, dass uns im Winter die Erkältungsviren unwiderstehlich finden?

Ralf Wigand: Schätzungsweise gibt es weit über 100 verschiedene Erkältungsviren. Diese Erkältungsviren sind wahre Überlebenskünstler, die ständig ihre Oberfläche verändern. Dadurch werden sie von unserem Immungedächtnis nicht erkannt und müssen immer wieder aufs Neue bekämpft werden. Die Viren haben zwei Wege, um in unseren Körper zu gelangen. Weg Nr. 1 ist die so genannte Tröpfcheninfektion. Niesen oder Husten wir, dann versprühen wir winzige Tröpfchen, in denen sich unzählige Erreger befinden. Sitzt ein potentielles Opfer direkt neben dem Erkälteten, haben die Erreger leichtes Spiel. Weg Nr. 2 ist die Schmierinfektion. Über die Hände übertragen sich die Viren auf Türklinken, Treppenhandläufe usw. Ein Nasen- oder Augenkontakt reicht aus, um sich zu infizieren.

Living in OWL: Aber nicht jeder bekommt im Winter eine Grippe/Erkältung!

Ralf Wigand: Unser Immunsystem ist ein fein abgestimmtes Orchester, mit vielen spezifischen Bereichen. Der Dirigent dieses Orchesters ist der menschliche Darm. Mit einer Resorbtionsoberfläche von ca. 30.000 qm² leistet er mit ca. 80% Immunleistung den größten Beitrag zu unserem Immunsystem. Ist der Darm durch jahrelange Fehlernährung (Fastfood, hoher Zuckerkonsum, glutenhaltige Lebensmittel, Antibiotika und andere Medikamente) geschädigt, läuft unser Immunsystem ständig auf Sparflamme. Kommen dann noch individuelle Lebensmittelunverträglichkeiten hinzu (nachweisbar durch eine IGG Lebensmittelunverträglichkeitstest), wird unser Immunsystem durch eine chronische Entzündung zusätzlich geschwächt. Weitere wichtige Faktoren unseres Immunsystems sind das Knochenmark, die Thymusdrüse, die Milz, die Lymphknoten, die Mandeln und der Blinddarm.

Living in OWL: Welche Möglichkeiten der Erkältungsprophylaxe empfehlen Sie?

Ralf Wigand: Sorgen sie dafür, den Schnupfenviren das Leben schwer zu machen. An erster Stelle steht das häufige, gründliche Waschen der Hände. Ein gesunder Lebensstil mit reichlich Bio-Obst und Gemüse, ausreichende Bewegung an der frischen Luft, Sauna und eine ausreichende Vitalstoffversorgung u. a. mit Vitamin C, Vitamin D³, Zink, Selen und probiotischen Darmbakterien.

Living in OWL: Was empfehlen Sie den Lesern, die trotz eines gesunden Lebensstils  häufig erkältet sind?

Ralf Wigand: Eine seit Jahrzehnten bewährte Methode der Naturheilkunde, das Immunsystem zu stimulieren und die Infektanfälligkeit deutlich zu senken, ist die Eigenbluttherapie. Ein- bis zweimal pro Woche werden 1 – 5 ml Blut aus der Armvene entnommen, mit Echinacin oder Schlangengiftenzymen angereichert und in den Gesäßmuskel zurückinjiziert. Das Immunsystem muss diesen „künstlichen“ Bluterguss wieder abbauen und wird dadurch über mehrere Tage regelrecht trainiert. Diese Methode der Immunmodulation wird zudem in vielen Naturheilpraxen erfolgreich unterstützend bei Autoimmunerkrankungen wie z. B. Rheuma, Allergien, Neurodermitis, Bronchialerkrankungen und Asthma eingesetzt. Eine weitere, unglaublich effektive Methode der Immununterstützung ist die Vitamin-C-Hochdosis-Infusionstherapie. Während der ca. 30-Minütigen Infusion werden bis zu 15g reines Vitamin C infundiert.

Living in OWL: Kann man dieses nicht auch über die Nahrung oder Nahrungsmittelergänzungen zuführen?

Ralf Wigand: Orale Zufuhr von Vitamin C kann vom Darm nur in begrenzten Mengen resorbiert werden. Dosen über 500 mg werden vom Darm mit erheblichen Nebenwirkungen, wie Blähbauch und Durchfall, zu organischen Säuren und Kohlendioxid abgebaut. Interessant ist, dass alle Tiere (ausgenommen einige Affenarten, Meerschweinchen und Fische) in der Lage sind, aus Glucose in der Leber selbst Vitamin C zu synthetisieren. Unter Stressbedingungen erhöhen sie die Vitamin-C- Produktion auf mehrere Gramm täglich. Womöglich ist dies ein wichtiger Grund, warum Tiere in der freien Natur keinen Krebs entwickeln. Aufgrund eines Enzymdefektes der L-Gulonolaktonoxidase, ist der menschliche Organismus nicht mehr in der Lage, Vitamin C zu synthetisieren.

Living in OWL: Merken die Patienten einen „Sofort-Effekt“ nach den Vitamin-C-Hochdosisinfusionen?

Ralf Wigand: Ich denke ja, wobei der Gesundheitszustand des jeweiligen Patienten natürlich auch eine große Rolle spielt. Bei chronischen Erkrankungen ist eine Infusionsserie von 10 Behandlungen (2 – 3 pro Woche) angezeigt. Die beeindruckendsten Erfolge sieht man immer wieder bei akuten Infekten, Depressionen, Erschöpfung/Burn out, rheumatischen Schmerzen, Allergien und Asthma. Erfahrene Therapeuten kombinieren die Vitamin-C-Hochdosisinfusion mit zusätzlichen Vitalstoffen und können den Behandlungserfolg signifikant optimieren.

wigandNaturheilpraxis Ralf J. Wigand
Vilsendorfer Straße 4
33739 Bielefeld (Jöllenbeck)
Telefon 05206-4484
http://www.heilpraktiker-wigand-bielefeld.de

 

Foto: © Schlierner – Fotolia

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